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11 (1830) T bis V
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Turkmenen- oder Truchmenenland

Gen. Jermoloff (s. d.) als kais. ruff. Unterhändler dahin gemacht hat, genauerkennen lernen. Es ist für den ruff. Handel mit Asien von großer Wichtigkeit. SchonPeter d. Gr. wollte durch dasselbe einen Handclsweg nach Indien sich öffnen; alleinsein Gesandter, Fürst Beketitsch, ward 1714 nebst seiner Begleitung (1500M.)von den Turkmenen oder Khiwinzen überfallen und ermordet. Seitdem hat Ruß-land zwar 1782 durch eine Flotte unter dem Grafen Voinowitsch die östliche Küstedes kaspifchen Meeres erforschen lassen; allein die 1813 versuchte Verbindung mitKhiwa kam nicht zu Stande. Die Turkmenen sind ein räuberisches Nomaden-volk, das ohne Gewerbe im rohesten Zustande lebt. Es haßt die Perser unversöhn-lich, und aus diesem Grunde hat sich ein Theil desselben 1813, als Rußland mitPecsien Frieden schloß, in das Land Khiwa gezogen, wo der kriegerische Mäh-med Rahim Khan (aus dem Stamme derUsbecken) regiert, welcher nach einemlangwierigen Bürgerkriege und den unglaublichsten Grausamkeiten eine unbe-schrankte Oberherrschaft über Khiwa und die benachbarten Lander seit 1802 sichangemaßt hatte. (Seit 1826 regiert dessen Sohn Nahman Kuli Khan.) Muraw-jrff, der sich in Baku eingeschifft hatte und s- Schiffe bei der Naphthainsel ankernließ, wurde von den Einw. für einen Spion gehalten und mußte sich als Turkmeneverkleiden, um durchzukommen. Seine Beobachtungen bestätigen die Sage, daßder Gihon, welcher sich in den Aralsee ausmündet, seinen Lauf ehemals durch dieSandsieppen zwischen diesem und dem kaspifchen Meere genommen habe. DiesesBette des Amu-Derja (sonst Gihon) ist jetzt (wahrscheinlich durch den häufigenFlugsand) ausgetrocknet. Als Murawjeff in Khiwa ankam, wollte ihn der KhanderUsbecken nicht vor sich lassen, und sein Kazi (Oberpriester) ricth, denselben leben-dig zu begraben; allein der Khan befürchtete, der weiße Zar (der russische Kaiser)möchte dann eine Armee nach Khiwa schicken und ihm sein Harem entführen. Soerhielt endlich Murawjeff nach 48tägiger Gefangenschaft Zutritt. Der Khan lehntejedoch den vorgeschlagenen Handelswsg durch sein Gebiet ab, und Murawjeff mußteKhiwa verlassen. Hierauf schickte zwar der Khan Abgeordnete an den GeneralJermoloff; allein die aufs Neue vorgeschlagene Verbindung kam dennoch nicht zuStaude. Von dem Erfolge der Gesandtschaft drs ruff. Staatsrakhs Alex. Ncgrisim J. 1820, eines guten Orientalisten, den, außer einer starken Schutzwache,wobei der Gardecapitain Bar. v. Meyendorf und Hr. v. Wolkonsky sich befanden,I). Eversmann und v. Pandsr als Ärzte und Naturforscher begleiteten, und diesich an eine große Handelscaravane von 473 Kameelen und 30 Wagen anschlössen,welche im Oct. 1820 von Orenburg nach der Buchare! abging, findet man Nach-richten in der ,1'OronbvurA ä Loulrllara killt an 1820, ä travers los

steppes guis'ötenllont u I'est «le la iner ll'^ral et au llelü cke I'ancien laxur teo,par le Daran 6. lle Uo^enckork et revu par N. 4iue>1. laubert" (mit e. Eharte,Paris 1826), und in 0. Eversmann's ,.Reise von Orenburg nach Buchara u."(m. Kpf., Berlin 1823, 4). Der Durchzug durch die Steppe dauerte 72 Tage.Diese Steppe war offenbar früher Meeresboden. In den Braunkohlen erkannteEversmann noch die völlige Holztextur und schloß daraus auf ehemals hier gestan-dene Wälder. Vermuthlich bildeten das kaspische Meer und der Aralsee früher eineeinzige Wassermasse. Beide Seen vermindern sich nach und nach. Jetzt suchtRußland vor allen Dingen mit dem Khan der Usbecken einen Schuhvertrag für denrussischen Handel abzuschließen.

Die Turkmenen sprechen Türkisch. Ihr Land ist nach dem kaspifchenMeere hin sumpfig; längs dem Flusse Gürgen sieht man überall Ruin in von Städ-ten und Festungen. Auch soll sich die Lage der Inseln und Küsten am östlichen Uferdes kaspifchen Meeres in Folge der dort häufigen Erdbeben und des Flugsandes,seit die Russen 1782 eine Charte von jenen Küsten ausgenommen, sehr veränderthaben. Die turkmenischen Horden erkennen die Herrschaft des Khans der Usbe-