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4 (1830) F bis G
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Gustav IV.

lichcS Betrügen. So würdig die Erklärung war, die sein Gesandter am Reichstage1806 übergab, daß der Aönig an den Verhandlungen des Reichstags so lange kei-nen Tbeil nehmen werde, als dessen Beschlüsse unter dem Einflüsse der Usurpationund des Egoismus standen; und so edel es war, daß er die von Napoleon kurz vordem Frieden von Tilsit gemachten Friedensvorschläge verwarf und sogar in der Ab-sicht, Preußen bessere FriedrnSbedingungen zu verschaffen, am 3. Juli 1807 denWaffenstillstand mit Frankreich aufhob, so bewies er doch eine Unkluge Hartnäckig-keit , als er nach dem Frieden von Tilsit die von Rußland und Preußen angeboteneVermittelung ausschlug. Er verlor Stralsund, das er am 20. Aug. 1807 verließ,und die Insel Rügen. Durch s. Leidenschaftlichkeit, die ihn eine gleiche Sonderbarkeitin Ansehung des ruff. St.-Andreasordens begehen ließ, wie früher mit dem preuß. Ad-lerorden, und durch s. Anhänglichkeit an England stürzte er s.Volk 1808 in einenKriegmit Rußland und ward aufs Neue Preußens, dann Dänemarks Feind. Finnland gingverloren, und drohend stand ein dän. Heer an der Grenze von Schweben. Taub gegenalle Vorstellungen,Frieden zu schließen, reizte er durch Eigensinn den Adel und dasHeergegen sich auf. Er beleidigte die Garben und erbitterte die Nation durch Ausschreibungeiner Kriegssteuer, während die schweb. Soldaten an Allem Mangel litten. Als er end-lich sogar England von sich abstieß, weil er, als diese Macht ihn zu verständigern An-sichten zurückzubringen versuchte, auf alle cngl. Kauffahrteischiffe in denschwed. Hä-fen Beschlag legte: da ward es Jedem deutlich, daß er die Wohlfahrt s. Volks ganzs. Leidenschaften aufzuopfern fähig sei. Ein im tiefsten Dunkel entworfenerPlan ge-dieh zur Reife. Die westl. Armee (nach der norweg. Grenze zu), versichert, daß die Dä-nen die Grenze nicht überschreiten würden, setzte sich in Marsch gegen Stockholm, wounter den nächsten Umgebungen G.'s die Ersten der Verschworenen sich befanden. Siewar nur noch 15 Meilen von der Hauptstadt entfernt, als Gustav ihre Annäherungerfuhr. Von Haga aus, wo er sich mit s. Familie befand, eilte er nach Stockholm,um sich hier gegen dieEmpörer" zu vertheidigen. Doch er änderte diesen Planund wollte mit den in Stockholm befindlichen Truppen nach Linköping gehen. DieBank sollte die Hauptstadt verlassen, zuvor aber 2 Mill. Thlr. oder den möglichstgrößten Vorschuß an ihn zahlen. Die Commissarien verweigerten dieS; Gustavwollte sein königl. Ansehen geltend machen; da ward Gewalt gegen ihn beschlossen.So standen die Sachen am 12. März 1809 Abends. Der König arbeitete die ganzeNacht vom 12. auf den 13. März; Alles war zu s. Abreise bereit, und der Augen-blick gekommen, wo er das Geld aus der Bank nehmen lassen wollte. Drei Thoredes Schlosses waren schon gesperrt,und alleOfficiere, weil es gewöhnlicher Parade-tag war, bei dem Schlösse versammelt. Noch ein Mal wollte der FeldmarschallKlingspor den Weg gütlicher Vorstellungen versuchen; er rief den Gen. Adlerkrcutzund den Generaladjutanten Silfversparre herbei; doch Gustav beleidigte die Spre-cher aus das Empfindlichste. Nun rief Adlerkreutz 5 Adjutanten herbei, federte demKönige seinen Degen ab und erklärte ihn zum Gefangenen im Namen der Ration.Gustav zog den Degen gegen ihn; dieser ward ihm von Silfversparre entwunden.Auf s. Geschrei nach Hülfe erbrachen zwar einige s. Getreuen die verschlossene Thür;doch von 30 hinzueilenden Mitverschworenen wurden sie überwältigt. Während die-ses Auftritts entfloh Gustav, ward aber auf der Treppe ergriffen und von einems. Bedienten zurück in sein Zimmer getragen, wo er in bewußtlose Wuth gerieth.Alle Zugänge des Schlosses wurden nun mit Wachen besetzt. Schon nach Mittagverkündigte eine Proklamation des HerzogsKarl v. Südermannland, daß er die Re-gierung übernommen habe. Die Thronrevolution war in diesen wenigen Stundenvollendet. Jetzt zeigte Gustav eine still« Ergebung; vielleicht war auch hier seine re-ligiöse Schwärmerei die Quelle seines Gemüthszustandcs. Nachts um 1 Uhr brachteman ihn nach Drotningholm; seine Gemahlin mußte mit ihren Kindern in Hagableiben. Am 24. März ward er nach Grypsholm, einem seiner liebsten Aufenthalts-orte, versetzt. Hier stellte er am 29. März eine EntsagungSacte aus, die endliche