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4 (1830) F bis G
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Gedächtniß Gedächtnißübung

ter diesen zeichneten sich aus: Kaltschmidt in Jena (1750); Zanke in Leipzig;Mohr in Giengen in Schwaben; Meckel in Berlin, Director der ersten Hebam-menschule Deutschlands (1751); Röderer, Lehrer an der zweiten Anstalt dieser Art,in Göttingen (ebenfalls 1751 gestiftet); Cranz in Wien (1757), vorzüglich durchVerbreitung der Levret'schen Zange; Stein in Kassel und Marburg (1763); Wris-bcrg in Göttingen (1764) u. A. Die Errichtung mehrer Entbindungs - und Heb-ammenschulen erleichterte auch die Erlernung dieser Kunst und brachte sie auf denGrad von Ausbildung, auf welchem sie sich jetzt befindet. Hierzu trugen in derneuern Zeit besonders die beiden Stark in Jena, Ostander in Göttingen, Siebold inWürzburg, Wigand, Nägele, Bocr, Jörg u. A. bei. Man ist jetzt auf den glücklichenMittelweg gekommen, durch Ausbildung aller zu dieser Kunst gehörigen Kenntnissedie Fälle bestimmen zu können, wo die Kunst sich leidend verhalten und das Gcburts-geschäft der Natur überlassen kann und muß, und wo diese es nicht, oder nicht allein,oder nicht ohne Nachtheil für Mutter oder Kind beendigen kann, und daher die Kunstsicher, entschlossen und bestimmt handeln muß. 8.

Gedächtniß heißt das Vermögen und die Fertigkeit des Geistes, gehabteGedanken zu behalten und willkürlich in sich wieder zu erneuern. Es setzt voraus ;das Auffassen des zuBehaltendcn. Etwas bald fassen, sich leicht worauf besinnenund es lange behalten, sind Vollkommenheiten des Geistes, welche sich selten bei-sammen finden. In Hinsicht des Fassens ist das Gedächtniß schnell oder langsam,in Hinsicht des Besinnens ist es treu oder untreu, leicht oder schwer, in Hinsicht des ;

Behalten? aber stark oder schwach, groß oder klein, indem es mehr oder weniger ,

Vorstellungen längere oder kürzere Zeit behält. Die Beschaffenheit des Gedächt- :niffes hängt sehr von der Art des Denkens und von der Aufmerksamkeit ab, welche !

man für die Gegenstände hat, welche ins Gedächtniß zu fassen sind. Man unter- i

scheidet das Wortgcdächtniß, welches von mechanisch Auswendiglernen zeugt undkeines sonderlichen Aufwands von Geist bedarf, von dem Sachgedächtniß, wozuUrtheilskraft und also selbstthätiger Geist gehört. Ungcmeine Gedächtmßgaben lmachen den gelehrten Mann, Nachdenke» den Mann von Geist, den Philosophen.Das Gegentheil vom Gedächtniß ist die Vergeßlichkeit, wo der Kopf, so oft er auchgefüllt wird, doch immer wieder leer wird. Dieses Übel ist bisweilen unverschuldet, !wie bei alten Leuten, oft aber auch die Wirkung zerstörender Ausschweifungen, zu- ;mal in der Jugend, einer gewohnten Zerstreuung oder Mangel an Übung (s. d. lfg. Art.). — Gedächtnißkunst, s. Mnemonik. «Ich :

Gedächtnißübung bezeichnet die absichtliche Thätigkeit der Seele, !eine Reihe von Sätzen aufzufassen und zu künftigem Gebrauche zu behalten. Man ^nennt dies auch Memoriren, und die Sprache des täglichen Lebens braucht dafür denAusdruck: Auswendiglernen, vermuthlich darum, weil bei dem Hersagen des aus-wendigzulernenden Stücks der Hersagende nicht das Buch, worin das Memorir-siück steht, geöffnet vor sich haben und hineinsehen darf, sondern es so hält oder ge-legt hat, daß er nur das Äußere, das Auswendige desselben vor sich sieht. Da derWerth eines guten Gedächtnisses, welches durch Übung gestärkt und also zu einerKraft erhöht werden soll, welche leicht und schnell faßt, lange und viel behält, undtreu und zur rechten Zeit sich des Aufgefaßten wieder erinnert, sehr groß ist; da dasGedächtniß mit Recht die Vorrathskammer des Verstandes genannt wird; da durchein gutes Gedächtniß die nützliche und sittliche Wirksamkeit für das Leben erhöhtwird, so sind die sogenannten Gedächtnißübungen ein betrachtenswerther Gegen-stand der Erziehung und beim Unterrichte und in jüngern Jahren durchaus nicht zuvernachlässigen, da die Gedächtnißkcast zum Theil von körperlichen Organen mit ab-zuhängen scheint. Es muß bei der Leitung dieser Übungen ein natürlicher Stuftn-gang vom Leichtern zum Schwerern, vom Kürzern zum Langem, vom Einfachernzum Zusammengesetztem beobachtet werden, wenn das Fortschreiten zum beabsich-