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4 (1830) F bis G
Entstehung
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534 Geburt

Farben eine Art Mittelfarben. (S. Mezzotinto.) 4) In der Baukunst sindgebrochene Treppen, gebrochenes Dach, solche, die mehre Absätze haben.

Geburt ist der Act bei den weiblichen Menschen und Säugethieren, durchden sie ein Kind oder ein Junges ihrer Art zur Welt bringen. Wenn die Frucht ihregehörige Zeit in dem Fruchthältcr der Mutter zugebracht hat, und alsdann imStande ist, ein selbständiges Leben zu führen, so reist sie sich los, um das ihr nach ih-rer Art zukommende Leben unabhängig von der Mutter zu leben. Indem nämlich derFruchthälter durch die zunehmende Größe der Frucht bis zu seinem Maximum aus-gedehnt ist, erwacht die ihm eigenthümliche Reizbarkeit, das Zusammenziehungs-vermögen in ihm, er verengt dadurch seinen innern Raum und treibt die reife Fruchtvon sich. Die Zeit der Geburt ist bei den verschiedenen Geschlechtern der Säuge-thiere sehr verschieden, bei jedem aber genau und bleibend bestimmt. In dem Frucht-hälter der Gebärmutter des Weibes fängt der Mensch als Embryo sein Leben an,wird dann weiter ausgebildet, zunächst als Fötus, dann als unreifes, endlich alsreifes Kind. Mit seinem Wachsthum und zunehmenden Umfange wachsen zugleichdie häutigen Hüllen, die es umgeben, und erweitert sich der innere Raum dcS Fruchl-Hälters durch dessen Ausdehnung. Am Ende der 39. oder Anfange der 40. Wocheist das Kind völlig ausgebildet, und fähig, sein Leben unabhängig von der Mutterfortzuführen, daher erfolgt in der Regel nun die Trennung von ihr, d. h. die Geburt.Es entstehen allmälig die Zvsammenziehungen der Gebärmutter, welche, da sie mitschmerzhaften Empfindungen verbunden sind, Wehen genannt werden. Man theiltdiese ein in vorhersagende oder Rupscr (Vorwehen), welche den Ansang machen,nicht lange dauern, gelinde sind, und das Gefühl einer unangenehmen Spannungund eines Drängens erregen. Wenn die Schwangere davon befallen wird, kann sieoft nicht von der Stelle, bis die Wehe vorüber ist, da sie denn wieder oft einigeStunden lang frei ist. Dann folgen die wahren Wehen; diese dauern immer län-ger, kommen immer schneller zurück und werden immer heftiger. Die Zusammcn-ziehungen des Fruchthälters geschehen in der Ordnung, wie die Ausdehnung dessel-ben vor sich ging, indem der obere Theil oder der Grund derselben sich zuerst zu-sammenzieht, während der untere Theil und die Öffnung oder der sogen. Mutter-mund sich ausdehnt und erweitert. Daher senkt sich die Frucht bei dem allmäligsich verengernden Raume des Fruchthälters gegen die Öffnung desselben herab;die in den Hüllen der Frucht eingeschlossene Flüssigkeit, als der am meisten Wider-stand leistende Theil, wird vorausgetrieben und bildet eine Bleue, welche zur all- .mäligen Erweiterung des Muttermundes viel beitragt. Es ist daher nachtheilig,wenn voreilige und unwissende Hebammen durch Kneipen an der Blase das zu frühe 1Zerplatzen derselben befördern. Bei wiederholten und kräftigen Wehen zerreißt end-lich diese Blase, ergießt sich, und sogleich tritt der Kopf des Kindes selbst ein. Dadie Gchädelknochen an demselben noch nicht ganz vollendet, sondern auf dem Wirbelnur durch eine feste Membrane verbunden sind, und, einander genähert, sogar einwenig übereinandergeschoben werden können, so kann der Kopf durch den Druck,welchen er erleidet, an seinem Umfang etwas vermindert und in eine mehr länglicheForm gedrückt werden, daß er durch die Öffnung des Fruchthälters und des Beckens,in welchem dieser eingeschlossen ist, sowie auch durch die äußern Geburtstheile hin-durchgleiten kann, worauf alsdann bald der übrige Körper nachfolgt. Der Act der jGeburt ist demnach in der Regel kein widernatürlicher, gefährlicher und krankhafterZustand, wie ihn wol manche zaghafte Frauen sich vorstellen. Es ist ein der Naturgemäßes Entwickclungsgescbäft, welches ebenso wenig Krankheit ist als das Zahnenund die Entwickelung der Mannbarkeit, obgleich alle eine nicht unbedeutende Ände-rung im Körper verursachen und zu Krankheiten Anlaß geben können. Zwar erfo-dert das Geburtsgeschäst eine heftige Anstrengung der Natur, aber diese hat auchviele und höchst zweckmäßige Vor - und Zubereitungen getroffen, um es zu erleich-