5Z2 Gebirge Gebirgskrieg
Bestimmung vergißt, desto mehr ist ihm die Geistessammlung, welche das Gebet -gewährt, Bedürfniß, und es ist eine heilsame Gewohnheit, mit dem frommen An-denken an Gott den Tag zu beginnen und zu beschließen. Um das Gemüth in dieStimmung zu versetzen, in welcher es geneigt und fähig wird, sich zu Gott zu er-heben, muß man sich der heil. Schrift, heiliger Gesänge (unter den neuern Liederndieser Art sind besonders die von Witschel: „Morgen- und Abendopfer", Sulzbach,zuerst 1804; die Gesänge von Juliane Veillodter und die Schrift von Ziegenbein:„Die Religion in Liedern, gesammelt aus den besten Dichtern", zu empfehlen), gu- -ter Predigten und dgl. Erbauungsbücher bedienen. Da die Richtungen, welche das !jugendliche Gemüth nimmt, die bleibendsten zu sein pflegen, so ist es nöthig, daßman auch das Kind beten lehre, und die Erzieher, welche meinten, daß die Bildungzur Religiosität einem reifern Alter vorzubehalten sei, verriethen Mangel an Kennt-niß deS menschlichen Herzens. Auch daS Kind kann den Gedanken an ein Wesen, !von welchem alles Gute komme, fassen, und ist frommer Gefühle fähig. X.
Gebirge, s. Berge.
Gebirgsarten, s. Geognosie.
Gebirgshöhe. Um eine allgemeine Basis bei der Bestimmung der Höheeines Gebirges zu haben, bezieht man dieselben jederzeit auf die Meeresflächc, sodaß !die mehr oder minder hohe oder flache Umgebung eines Berges keinen Einfluß auf iseine eigentliche Höhe haben kann. Daher kommt es, daß mancher Berg, z. B. j
der Brocken, der rings in einer bergigen Umgebung liegt, viel höher ist, als er scheint, §da seine ganze Höhe, d. h. also Erhebung über der Meeresflache, dem Auge nicht >sichtbar ist. (S. Höhenmessung.) Folgende Formel zeigt die verschiedemnStufen der Gebirgshöhe:
Pyrenäen. Alpen. Anden. Himalih.
Gipfel — 1,° 1,4 1,8 2,4
Mittel — 1 14 2 24
Gebirgskrieg heißt der Krieg in Ländern, in welchen Hochgebirge nebsttief eingcschnittenen engen Thälern die Hauptphysiognomie bilden, als z. B. dieSchweiz, Tirol, Salzburg, ein großer Theil der pyrenaischen Halbinsel u. s. w.,weil er nur in diesen einen eigenthümlichen Charakter hat. Solche Länder werden,wenn der Krieg nicht ausschließlich gegen sie gerichtet ist, weniger der Schauplatz ent-scheidender Operationen sein, weil sie ihrer Natur nach die kriegerische Wirksamkeithemmen und die Verpflegung schwierig machen. Sie dienen daher in den jetzigen ^Ariegen mehr als Stützpunkte größerer Operationen. Ihre Wichtigkeit ist dessen- ^ungeachtet sehr groß, wenn auch nur untergeordnet. Sie eignen sich besonders zum ,Vertheidigungskriege, da sie viele Stellungen bieten, in welchen kleine Haufen ganze iHeere aufhalten können; umgekehrt wird der Angreifende gehindert, seine Kräfte !gehörig zu entwickeln, und muß jeden Augenblick, wenn er in schmalen, gedrängten !Cvlonnen in einem Thale vorrückt, befürchten, daß der Feind neben ihm in denThälern in seine Flanken operirt, ihn überrascht, seine Zufuhren und Unterstütz»»-gen abschneidet u. dgl. Indeß hat der Gebirgskrieg jetzt bei der größer« Beweglich- jkeit der Truppen, und weil man einsehen lernte, daß es wol kaum noch eine Stel- >lung gibt, die nicht bei gehöriger Ortskenntniß und Entschlossenheit umgangen wer- 'den könnte, endlich bei der größem Cultur in ehemals unwegsamen und unwirthba- ,ren Gegenden nicht mehr die Schwierigkeiten wie sonst. Der Gebirgskrieg erfodert ;eine genaue Localkenntniß, ist weniger regelmäßig als der Krieg in einem ebenen !Lande; er fodert von den Anführern mehr Kühnheit, eine größere Bereitschaft aufunerwartete Ereignisse, und von den Truppen einen höher» Grad von Muth u. Aus-dauer. Der General Matthieu Dumas nennt ihn die poetische Seite der Kriegs-kunst. Als ein Meister im Gebirgskriege verdient u. A. der franz. General Lecourbegenannt zu werden; in Dumas's „krevie «1e» evensmens militkires" findet man