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Galle Galletti
blatts bohrt und ihr kleines Ei hineinlegt. Die Säfte ziehen sich nach der verwun-beten Stelle, häufen sich daselbst an, treten hervor und erhärten an der Lust, wo sienach und nach um das Ei herum einen runden Auswuchs bilden, der grün oder röth-lich gefärbt ist. Das darin befindliche Ei wächst mit dem Gallapfel. Hat es seineReife erlangt, so schlüpft eine Made aus, welche sich von dem wässerig-schwammi-gen Gewebe des Gallauswuchses nährt, bald in den Npmphenstand übergeht undaus diesem als ein vollkommenes Insekt erscheint, welches die Galle durchfrißt. —Die levantischen Galläpsel sind viel vorzüglicher als die europäischen. Sie sind klei-ner, aber fester und schwerer. Ihre äußere Fläche ist nicht glatt, sondern höckerig;die meisten haben eine schwarze, bald ins Grüne, bald ins Blaue spielende Farbe.Die über Cypern zu uns kommen, sehen erbscngrau und weißgrau aus. Die levan-tischen Galläpfel sind ein bedeutender Handelszweig und werden von Smyrna, Tri-poli, Saida, und insonderheit von Aleppo nach Europa gebracht. Sie besitzen den al-len Theilen der Eiche eignen zusammenziehenden Gewächsstoff in einem weit hohemGrade als unsere einheimischen Galläpsel und sind deßhalb in der Färberei von äußer-ster Wichtigkeit, wie sie denn auch bekanntlich einen der Hauptbestandtheile unserer ge-wöhnlichen schwarzen Dinte ausmachen. Inder Medicin werden sie häufig gebraucht.
Galle, eine zähe gelblichgrüne Flüssigkeit von bitterm Geschmack. DerMensch und viele Thiere haben an einer eignen Ausschweifung der untern Leberflächeeine besondere Blase, worin die durch die Leber aus dem Blute abgesonderte Galleaufbewahrt wird (Gallenblase). Die Flüssigkeit ist theils ein Auswurfstoff ausdem Blute, theils ist seine Bestimmung dieBeförderung der Verdauung (s. d.).Die Bestandtheile der Galle sind 1) Wasser, welches den ansehnlichsten Theil bil-det und die übrigen Bestandtheile aufgelöst enthält; 2) ein gelbligcs, sehr bitte-res, schmelzbares Harz, welches größtenteils die Ursache des Geschmacks derGalleist; 3) ein geringer Antheil Natrum; 4) etwas Mineral-alkalische Salze; Ü) et-was Eisenoxyd; 6) eine geringe Menge einer gelben Substanz, welche nur zumTheil in dem Natrum aufgelöst ist; 7) eine nicht unbedeutende Menge Eiweiß-stoff. — Die Gallensteine, gewisse Verhärtungen, welche sich nicht selten inder Gallenblase des Menschen und mehrer Thiere finden, sind von bräunlicher,schwärzlicher Farbe und bestehen aus einer dem Wallrathe oder Wachse ähnlichenMasse, welcher geronnener Eiweißstoff beigemischt ist.
Gallert (ftanzös. x-Iee), eine weißgelbc, durchsichtige, etwas elastischeMasse, welche durch starkes Kochen mit Wasser, besonders in verschlossenen Ge-fäßen, aus verschiedenen thierischen Theilen, z. B. aus den Muskeln, Sehnen, derHaut und besonders aus den Hirschgeweihen erhalten wird. Sie ist ein wahrerLeim, und von dem Tischlerleim nur durch größere Reinlichkeit bei der Bereitung undeinen größer» Antheil von Wasser verschieden. Man braucht sie mit Wein undWasser vermischt als ein nährendes Mittel für Genesende. Sonst nennt man auch,wegen der ähnlichen Durchsichtigkeit und des zitternden Bestandes, mit Zuckereingedickte Früchte Gallerte. Die thierische Gallerte kommt mit dem Pflanzen-schleime, einem Hauptbestandtheile der Gewächse, im Äußern überein. Sie löstsich im Wasser gänzlich und klar auf und hat wenig Geruch und Geschmack. Vondem Pflanzenschleime unterscheidet sie sich wesentlich dadurch, daß sie bei der Ver-dünnung mit Wasser zwar zuerst in die saure, bald daraus aber schnell in die fauleGährung übergeht.
Galletti (Johann Georg August), geb. zu Altenburg d. 19. Aug. 1750,studirtc von 1765—72 in Göttingen Rechtswissenschaft und Geschichte; vorzüg-lich benutzte er Püttcr's und Schlözer's Unterricht. Dann wurde er Hofmeist.rdes nachmal. herz. gothaischen Geh.-Raths und Kammerpräsidenten v. Schlotheim,für den er kleine Lehrbücher schrieb, welche unter die Presse einer Handdruckereikamen, was Zeitvertreib und lehrreiche Beschäftigung gewährte. 1772 erhielt G.