448 Frühling Frühlingsnachtgleiche l
Eolonie, in der er den Namen Comante Eginetico erhielt; allein erst in Rom er- »>reichte sein Genius, angefeuert durch die Größe der ihn umgebenden Gegenstände §und durch das Beispiel guter Dichter, die er hier versammelt fand, seine volle Ent- ^Wickelung. Er schloß sich besonders an Rollt und Metastasto an. Seit 1719 unter- ,richtet« er zu Genua, dann zu Bologna die jungen Geistlichen seines Ordens. ZnModena bekam er die Blattern, und beendigte während s. Genesung die ital. Übers.des Rhadamist von Crvbillon. An dem Hofe zu Parma fand er durch des Card. !Bentivoglio Verwendung eine ehrenvolle Zuflucht; allein seine Muse mußte sich zu >.Gelegenheitsgedichten für Feste u. dgl. Vorfälle bequemen. Zu der Vermählung des ?Herzogs Antonio Farnese verfertigte F. eine ganze Sammlung von Gedichten. Zugleicher Zeit schrieb er die Denkwürdigkeiten des Hauses Farnese. Sie erschienen »1729, und der Titel eines königl. Geschichtschreibers war s. Belohnung. Der Her-zog Antonio starb. Man hielt s. Gemahlin 8 Monate lang für schwanger. F. feierteschon die Erfüllung aller Wünsche durch eine Kette von 35 sehr schönen Sonetten,allein seine Vorhcrsagung traf nicht ein. Am neuen Hofe konnte er keine Gunst ge-winnen, darum kehrte er nach Genua zurück. Jetzt sing sein Klostergclübde an, ihm !lästig zu werden, und nach vielen Bemühungen wurde er dessen durch Beneblet XlV. lentbunden. Seine große Cauzone auf die Eroberung von Oran durch die spanischenTruppen, unter dem Befehle des Grafen Montemac, und andre Gedichte, weiche erzu derselben Zeit dem Könige Philipp V. und der Königin von Spanien überreichen :ließ, machten Glück. Er wurde wieder an den Hof von Parma gerufen. Der Krieg, >
welcher in Italien zwischen Spanien und Ostreich ausorach, begeisterte ihn zwar zu ^manchem trefflichen Gedichte, versetzte ihn aber auch oft in drückende äußere Ver-hältnisse. Er nahm nun zu dem Talente seine Zuflucht, das er für die burleske undsatyrische Poesie besaß. Er verfertigte eine Menge Gedichte dieser Art, unter andernden originellen Gesang des 10. Gedichts: „kortoläo Lertvläino e I» oaeenno",woran 20 Dichter arbeiteten. Nach dem aachner Frieden kam F. von Neuem anden Hos zu Parma. Nun überließ er sich freie ,. Neigung zur Dichtkunst; er be-reicherte das ital. Theater mit übers. mchrer si. nz. Opern, hatte aber auch mit her-ben Ausfällen der Kritik zu kämpfen. So lebte er unter mancherlei Glückswechselbis 1768. Wenig ital. Dichter haben während ihres Lebens so viel Aufsehen ge-macht und sind nach ihrem Tode so gefeiert worden, als F. Seine Werke sind1779 zu Parma in 9, und vollständig zu Lucca in 15 Bdn. erschienen; eine Aus-wahl in 6 Bdn. zu Brescia 1782. Findet man auch in F.'s Gedichten zuweilen -Schwulst und Bombast, so sind doch die meisten reich an trefflichen Gedanken undwahrhaft schönen Bildern.
Frühling. Diese Jahreszeit fängt von dem Tage an, an welchem dieSonne beim Aufsteigen in den Äquator tritt, und endigt mit dem Tage, an wel-chem sie zu Mittag ihren höchsten Stand im Jahre erlangt. Bei uns bestimmtder Eintritt der Sonne in den Widder ihren Anfang, und ihr Eintritt in den Krebs /das Ende des astronomischen Frühlings. Jener geschieht um den 22. März, dieserum den 21. Juni. Auf der südlichen Halbkugel fängt der astronomische Frühlingum den 23. Scxt. an und endet um den 21. Dec., fällt also in die Zeit, wo wirHerbst haben. Unter dem Äquator und überhaupt in der heißen Zone lassen sich die ^Jahreszeiten nicht so abtheilen, wie in den gemäßigten. Man unterscheidet daselbstdie trockene und nasse Zeit. Auch bei uns bezieht sich im gemeinen Leben die Be- ,nennung der 4 Jahreszeiten mehr aus Temperatur und Witterung als auf denStand der Sonne, und wir haben fast alle Mal Ursache, den Anfang des astrono-mischen Frühlings von dem Anfang unsers Frühlings, d. i. der angenehmen undmilden Witterung, zn unterscheiden, da letztere in der Regel später eintritt.
Frühlingsnachtgleiche (Leguinootiuin vornan») heißt jene Zeit,zu welcher die Sonne in ihrem Aufsteigen den Äquator erreicht, an allen