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Farbestoffe Faria y Sousa
Boden anbaut. Sie bedarf sehr sorgfältiger Pflege und wird sowol frischals getrocknet gebraucht. Sie hat schwache viereckige gegliederte Stengel.Erhalt sie eine Stütze, so klettert sie 8 Fuß hoch, sonst rankt sie auf derErde. Jedes Gelenk hat 5 bis 6 lanzcnföcmige Blätter, 3 Zoll lang, inder Mitte fast 1 Zoll breit und an beiden Enden zugespitzt. Aus den Ge-
lenken kommen im Junius Zweige, die kleine Blumen mit 4 gelben Blätterntragen. Die Frucht ist eine kaum in Süddeutschland reifende Beere von schwar-zer Farbe, mit einem runden Samenkorn. Die runden Wurzeln sind dauernd,werden bisweilen einen Finger dick und haben ein gelbrothes Mark. Sie fär-ben die Knochen der Thiere, welche davon fressen, roth.
Färbestoffe, Pigmente, alle zum Färben, Malen oder Anstreichenbrauchbaren Materiale. Blaue Farben geben Indiz, Waid, Campecheholz,Berlinerblau; rothe, Cochenille, Krapp, Brastlicnholz, Rothholz, Saflor; gelbe,Wau, Gelbholz, Quercitronrinde, Scharte, Füsetholz; schwarz färben Gall-äpfel, Knoppern, Schmack, Campecheholz mit Eisenvitriol. Die übrigen Far-ben sind aus den genannten zusammengesetzt. (S. Malerfarben.)
Farce, französ., 1) in der Kochkunst ein Gemisch von gehacktemFleisch, Weißbrot, Gewürz rc., womit besonders das Geflügel gefüllt wird:Gefüllsel; 2) eine dramatische Posse. Es herrscht darin das niedere Ko-mische, und viele Nationen haben eigne stehende Charaktere dazu, die Spa-nier den Gracioso, Gallego; die Italiener den Arlechino, Scaramuz u. A.;die Deutschen den Hanswurst, Kasperle u. s. w. (S. Komisch.) Der stanz.Ausdruck Farce kommt von dem italienischen Farsa, dieses aus dem Latei-nischen von karsum (gestopft), und bedeutet eigentlich ein Mischmasch vonAllerlei. Lessing will daher, man soll im Deutschen Färse schreiben. Ade-lung bemerkt, daß in den mittlern Zeiten Färse eine Art Gesänge gewesenseien, welche zwischen den Gebeten u. s. f. gesungen wurden. Demnach könnte viel-leicht die ursprüngliche Bedeutung dieses Worts, auf die Komödie angewandt,so viel als Intermezzo, Zwischenspiel, sein. Nach der Meinung des Provcn-yalen Abbate Paolo Bcrnardy wäre es aber von einem proven,malischen Ge-richte Farsum herzuleiten.
Faria y Sousa (Manoel), ein castilianischcr Geschichtschreiber undlyrischer Dichter, geb. den 18. März 1590 zu Suto in Portugal, aus einer altenerlauchten Familie. Schon im 9. Jahre sandte ihn sein Vater auf die Univer-sität zu Braga, wo er große Fortschritte in Sprachen und in der Philosophiemachte. Im 14. Jahre trat er als Gesellschafter in die Dienste des Bischofsvon Oporto und bildete sich unter dessen Leitung weiter in den Wissenschaf-ten aus. Die Liebe zu einer jungen Schönheit entfaltete hier sein dichterischesTalent, er besang sie u. d. N. Albania, vermählte sich mit ihr 1613 undging nach Madrid. Allein er konnte hier sein Glück nicht finden und kehrtenach Portugal zurück. Er besuchte auch Rom 1631 und erwarb sich dieAufmerksamkeit des Papstes Urban VIII. und aller Gelehrten, die ihn umga-ben, durch seine ausgebreiteten Kenntnisse. Nach Madrid zurückgekehrt, wid-mete er sich einzig den Wissenschaften und arbeitete so anhaltend, daß er sichdadurch im 59. Jahre seines Alters (den 3. Juni 1649) den Tod zuzog.Unter seinen Schriften zeichnen sich aus: „visoursos marale« ze politi-oos" (Madrid 1623 — 26 , 2 Bde.); „Oomentario« »obre Irr lm-siaäa" (Madrid 1639, 2 Bde., Fol); „Hpitvme <Io las bistorias portu-ßneeas" — und dann „13 „13 Europa", „13 ^krioa" und „13
timeriv» portvAuesa", jedes ein besonderes Werk, wovon jedoch das letztenicht gedruckt worden. Auch eine Sammlung von Gedichten: „luevte äetlxavip,, rim»8 variss" (1644 — 46) (Aganippens Quelle), ist von ihm vor-