28 Farbe Farbengebung
halben, wegen der überwiegenden Borlheile, welche der Banquier hat, undwelche auf die Länge den Verlust des Pointems allemal herbeiführen müs-sen, sowie überhaupt wegen seines verführerischen Charakters, verboten.
Farbe, eine Eigenschaft des Lichtes, welche sich durch keine Beschrei-bung angeben, und deren Kenntniß sich bloß durch den Sinn des Gesichtserlangen laßt. Körperliche Farben, oder Pigmente, oft auch schlecht-hin Farben, heißen die farbigen Körper, deren man sich bedient, um andernKörpern durch Überziehen oder durch Mischung mit denselben eine bestimmteFarbe zu geben. Weiß und Schwarz rechnet man zwar mit zu den Farbenim letztem Sinne, nicht aber, oder wenigstens nicht immer im erstem Sinne,in welchem man einen weißen Körper häufig farblos nennt. Schwarz istMangel an allem Lichte. Die Farben haben durch ihre verschiedene Wir-kung auf die Empfindung nicht nur an sich, sondern auch vereint, durchHarmonie oder Contrast, verschiedene Eigenschaften, welche besonders der Ma-ler richtig beurtheilen muß; was jedoch Sache der Empfindung, und nichtder Worte ist. Scharlachroth ist z. B. eine brennende, dem Auge wehthuendeFarbe, daher manche Thiere bei ihrem Anblick in Zorn gerathen. Grünist mild und schmeichelt dem Auge. Gelb ist unter allen farbigen Lichterndas hellste, roth das heißeste, dunkelbraun und violett das sanfteste. Aufdiesen Verschiedenheiten beruht auch die Symbolik der Farben. Die Über-gänge einer Farbe in die andre durch Mischung hat man auf verschiedeneArten, zum Behuf der Maler, der Färber, der Mineralogen, in Tafeln, inPyramiden u. s. f. darzustellen versucht; nur eigne Beschäftigung mit denFarben drückt der Seele die Bilder derselben tief genug ein, um diese feinenAbstufungen sogleich zu erkennen und sie richtig zu beurtheile». (S. Far-benlehre.)
Farben der Pflanzen. Man nimmt 8 Grundfarben an, dieman auch reine, ungemischte Farben nennt: weiß, grau, schwarz, blau, grün,gelb, roth, braun. Jede gibt sieben bestimmte Abänderungen, die sich, hin-sichtlich ihrer Abstufungen, fast durchaus gleich sind, z. B. das Weiß gibt:Rein- oder Schneeweiß, Weißlich oder Schmutzigweiß, Milch- oder Blau-lichweiß, Amiant- oder Graulichweiß, Elfenbein- oder Gelblichweiß, Porzel-lan- oder Röthlichweiß und Kreide- oder Bräunlichweiß. Der blaue Crocusverwandelt sich oft in gelben, das blaue Veilchen oft in ein weißes, dasblaue Akelei in ein rothes, die rothe Tulpe in eine gelbe, und die gelbe ineine weiße u. s. w. Ein Gleiches läßt sich an Früchten beobachten. Linn«hat von den Farben der Pflanzen auf ihre Eigenschaften, besonders auf ih-ren Geschmack, geschlossen. Gelb verräth nach ihm einen bittern, Roth ei-nen sauern, Grün einen rohen alkalischen, Blaß einen faden, Weiß einensüßen und Schwarz einen ekelhaften, unangenehmen Geschmack, und über-dies noch eine verderbliche, ja tödtende Eigenschaft.
Farbengebung (Colorit), ein Hauptbestandtheil der Malerei(s. d.), nämlich der, welcher die Farben betrifft. Sie hat ihren technischenund ästhetischen Theil. Zu dem technischen gehören die Handgriffe desMalers für Bereitung und Mischung der Farben, und für das ganze mecha-nische Verfahren, von der Anlage bis zur Vollendung eines Gemäldes, welchein den verschiedenen Arten der Malerei nach dem Material einer jeden ver-schieden sind. Sie machen das eigentliche Handwerk des Malers aus, wel-ches der Schüler von dem Meister lcmen muß. Ferner ist hierher zu rech-nen die Kenntniß der Gesetze des Lichts und der Farben, und was aus derBeobachtung ihrer Wirkungen in der Natur für die Ausübung des Malersals Regel aufgestellt werden kann, z. B. über die Farbenbrechung (welche