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3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
699
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Extremitäten Eyck 699

Quader-Sandsteinfelsen zum Theil mit natürlichen Kammern gebildet ist. Ausjeder einzelnen Fclsenspitze (die höchste 125 F.) hängt ein großer im Winde bewegli-cher Stein, der sich zum Fallen neigt, aber doch nicht herabstürzt. Man hat rundeBogengewölbe (also vor dem 13. Jahrh.) mit Bildhauerarbeiten, Küchen, Treppenund Holzställc darin ausgehauen. 1824 haben Menke, Dorow und Clostcrmeycrüber dieselben geschrieben.

Extremitäten. So nennt man die Hände und Füße, auch die äußer-sten Enden andrer Körpcrtheile. WaS ihre Behandlung in den zeichnenden Künstenanlangt, so hat sie schon an sich ihre Schwierigkeiten, mehr aber noch, inwieferndie organischen Theile eines bestimmten Ausdrucks fähig sind. Die leichteste Be-wegung der Hand kann sehr charakteristisch sein, und ebenso das leichte oder festeAuftreten des Fußes, eine krampfhafte Bewegung der Zehen rc. Göthe sagt zwar(inKunst und Alterthum", 1. Bd., 3. Heft), jeder sittliche Ausdruck gehöre bloßdem obern Theile des Körpers an, und die Füße seien in solchem Falle überall imWege. Wir haben jedoch eine andre Meinung und glauben vielmehr, daß eineVerlegenheit hier nur in dem Vermögen des Künstlers ihre Ursache haben könne.Sehr treffend bemerkt Watclet:Es würde oft schwer, ja unmöglich sein, die Dis-position und Bewegung der Extremitäten, die Stellung einer Figur oder ihren Gc-müthszustand zu bestimmen, wenn man die Köpfe verdeckte". Previüe, der größteder französischen Komiker, stellte einst in einer Gesellschaft, in welcher sich auchGarrick befand, einen Betrunkenen vor, zur Bewunderung aller Anwesenden. Darief ihm Garrick zu:Preville, Ihre Füße sind nüchtern!" Diese Bemerkung ent-halt den Schlüssel zur vorliegenden Frage. Indessen würde man Unrecht haben,die Anwendung nur bei lebhaftem Gemüthszuständcn gelten zu lassen. Ihre Rich-tigkeit läßt sich an den herrlichsten Antiken und Bildwerken späterer Zeit nachwei-sen; anders setzt eine Nymphe den Fuß, anders Pallas Athene; eine andre Hal-tung ist in der Hand der ehrwürdigen Matrone, und eine andre in der Hand derschüchternen Jungfrau.

Ex Voto, s- Votum.

Eyck (Johann van), auch Johann oder Jan von Brügge genannt, Letzte-res von s. Wohnort Brügge, Ersteres von dem Orte s. Geburt, Maascyck(imBisthum Lüttich), war der Sohn eines Malers, dessen Familienname nicht be-kannt geworden ist, und wurde, wie Einige behaupten, um 1370 geb., nach An-dern erst am Schlüsse des 14. Jahrh.: eine Meinung, die durch manche Umständeziemliche Wahrscheinlichkeit erhält. Ein älterer Bruder, Hubert v. E. (geb.um 1366), der gleichfalls ein zu s. Zeit berühmter Maler war, unterrichtete denjünger» Johann in den Anfangsgründen der Kunst, und das Talent dieses seltenenGenies entwickelte sich bald mit solcher Kraft, daß er in Kurzem s. Lehrer bei wei-tem übertraf und die Bewunderung seiner und späterer Zeiten wurde. Von denLebensumständen dieses ausgezeichneten Künstlers, sowie s. Bruders Hubert, weißman Folgendes: Die Brüder erwählten sich Brügge zu ihrem Wohnort, wo da-mals, des blühenden Handels wegen, ein Zusammenfluß vieler Großen und Reichenwar. Gegen 1420, oder bald nachher, zogen sie aber auf ziemlich lange nach Gent,um daselbst gemeinschaftlich ein Werk von sehr großem Umfange auszuführen, wel-ches ihnen der 1419 zur Regierung gelangte Herzog, Philipp der Gute, von Bur-gund, übertragen hatte. (Es ist die jetzt im Museum zu Paris befindliche berühmteAnbetung des Lammes, ein Gemälde, welches in seinen verschiedenen Theilen über300 Figuren enthält und ein Meisterstück vorn ersten Range ist. Es ist auf Holzmit Flügelthüren gemalt, die äußerlich die Bildnisse der beiden Künstler und ihrerSchwester Margarethe, gleichfalls einer Malerin, oder, wie Andre dafür halten,der Gattin Joh. van Eyck's, zeigen. Von diesen Flügelthüren befindet sich der-malen eine zu Berlin in der Sammlung des Herrn Solly; diese ist die Hauptver-