688 Experimentalphysik Exterstein
stoff, Lichtstoff; und durch Mittheilung expansible Körper, welche, wie Dämpfe,Dünste u. s. w., ihre Expansibilität den erstem verdanken.
Experimentalphysik, s. Physik.
Explorator, eine von Bcccaria angegebene Vorrichtung, welche in einemDrahte besteht, dessen isplirte, mit Zinnknöpfchen versehene Enden an einer Stangeüber dein Schornsteine oder an dem Gipfel eines BaumS befestigt werden. Vondiesem Drahte wird ein andrer durch eine mit Siegellack überzogene Glasröhre insZimmer geleitet, und an dem Drahte im Zimmer befindet sich ein Elektricitätsmesser,mittelst dessen man die tägliche Luftelektricität beobachte» kann.
Explosion, eine plötzliche und gewaltsame Ausdehnung einer elastischenflüssigen Materie, welche nach allen Richtungen wirkt, die Hindernisse an denschwächsten Orten durchbricht und gemeiniglich mit einem Knall begleitet ist, be-sonders das Sprengen bedeutender Pulvermassen. Das Schießpulver, Knallpul-ver, Knallgold u. dgl. erzeugen bei ihrer Entzündung oder Erhitzung plötzlich einegroße Menge elastischer Materien, welche sich gewaltsam auszudehnen streben. Sinddiese Materien noch überdies eingeschlossen, so treiben die erzeugten elastischen Flüs-sigkeiten die Pfröpfe, welche sie einschließen, mit ungemeiner Kraft fort, oder zerspren-gen die Körper, in denen sie enthalten sind. Von diesen Explosionen hangen die Wir-kungen aller Fcuergewehre, der Minen und Bomben ab. Die Dämpfe, in welche dasWasser durch die Hitze verwandelt wird, sind in einem hohen Grade elastisch. Wennman daher Wasser in einem verstopften oder verschlossenen Gefäße erhitzt, so übendiese Dämpfe gegen die Wände des Gesäßes oder gegen den Pfropf, der es verschließt,eine überaus große Gewalt aus.
Exponent heißt in der Mathematik der Verhaltnißanzeiger, Wurzelanzei-ger. Wenn nämlich eine Größe ein- oder mehre Male durch sich selbst multiplicirlwird, so setzt man, statt den Factor oft zu wiederholen, zur Rechten desselben ober-halb eine kleinere Ziffer, welche andeutet, wie oft die Wiederholung der Multiplika-tion der Zahl oder Größe mit sich selbst hätte geschehen sollen.
Z. B. aasru^a.a.».».
9 ^— 9 . 9 . 9 — 729 .
Exposition, Auseinandersetzung: im Schauspiel Darlegung, Erzäh-lung der Vorgeschichte, d. h. alles Desjenigen, was vor dem Zeitpunkte der Hand-lung, mit welchem das Stück anhebt, nach der Voraussetzung des Dichters sich be-geben hat. Man kann sie eintheilen in die abg-esonderte und verwebte. Jene wirddem Zuschauer unmittelbar in der Form eines erzählenden Prologs gegeben, wie z. Bin den „Phönizierinnen" des Euripides; diese empfängt er mittelbar oder schein-bar zufällig, indem die handelnden Personen unter einander die Thatsachen derVorgeschichte erwähnen und dem Zuschauer klar machen. Die verwebte kann sicherstrecken durch das ganze Stück bis zur Katastrophe, wie z. B. im „König Ödip"des Sophokles. Nebenzweck der Exposition ist Bekanntmachung der Zuschauer mitdem Orte und der Zeit der Handlung, mit den Charakteren der Handelnden», s. w.,ferner Erregung von Ahnungen und Vermuthungen, welche die Aufmerksamkeitauf die Handlung des Stücks (die Folgen der Vorgeschichte) spannen, übrigenswird der Begriff der Exposition auch auf die einzelnen Acte eines Stücks bezogen,und dann bedeutet das Wort die Bekanntmachung des Zuschauers mit Demjenigen,was nach der Voraussetzung des Dichters während des ZwischcNacts geschehen ist.
Extension, natürliche Ausdehnung, Erweiterung, Umfang; daher ex-tensiv, entgegengesetzt dem Intensiven, z. B. extensive Größe, die in räumlicherAusdehnung besteht.
Exterstein (von Eggcsterstein, Egge heißt nämlich der Gebirgszug, anwelchem sich diese Felsen befinden), bei Horn im Fürstenthum Lippe, eine Felsen-reihe, die aus mehren vertical gespaltenen und grotesk vertheilten Klippen von