Druckschrift 
3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
436
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436 Eduard III.

die Neustadt, die Umgebungen der Stadt, das Meer und die Gebirgskette des Hoch-landes gewährt. Zu den schönsten Gebäuden der Altstadt gehören: das neue Uni-versttätsgebäude (seit 1789 erbaut), die mit einem Aufwande von 75,000 Pf. St.erbaute Bank, das Parlamentshaus und die Börse. In der Neustadt zeichnet sichdas 1774 erbaute prächtige Registerofsice oder Gencralarchiv von Schottland aus.Unter Andern zeigt man darin die Originalurkunde der Bereinigung Englands undSchottlands, von der Königin Anna unterschrieben. Auf dem Caltonhill, einemHügel bei der Neustadt, ist die Sternwarte und Nelson's Denkmal, eine 100 Fußhohe Säule, in deren Jnnerm eine Wendeltreppe bis zur Spitze hinaufführt, undin deren hohem Fußgestell Zimmer angebracht sind. Unter den milden AnstaltenEdinburgs steht das große Hospital, von einem patriotischen Goldschmiede, GeorgeHeriot, 1650 gestiftet, oben an; auch Watson's und Gillcspie's Hospital und dasWaisenhaus zeichnen sich aus. An der Spitze der gelehrten Anstalten steht die Uni-versität, von Jakob VI. 1581 gestiftet, die 1826 gegen 2300 Studirende zählte.Am berühmtesten ist von jeher die medicinische Facultät gewesen, die noch jetzt djetalentvollsten Männer v. Schottland, einen Duncan, Brewster, Thomson, Gordon,Hope tc., zu ihren Mitgl. zählt. Die Universitätsbibliothek von 50,000 Bdn. er-hielt durch Ankauf der Medicin. Dissertationensamml. des »erst. Pros. Reima-ms in Hamburg einen ansehnlichen Zuwachs. Bedeutender noch ist die Advoca-tenbibliothek, für welche einer der schönsten Säle des Parlamentshauscs eingerichtelworden ist. Unter den gel. Gesellschaften in Edinbmg hat sich die Royal Societydurch gründliche Abhandlungen bemerkbar gemacht. Auch ward hier eine Ges. fürNaturgeschichte u. d. N. der Werner'schen gestiftet. Als Vorbereitungsschule für dieUniversität dient die berühmte HiAk-SelrovI (hohe Schule). E. hat große Kerze»-gießcreien u. Seifensiedereien, wichtige Whisky-(Branntwein-) Brennereien, Stärke-fabriken, Strumpfwirkereien, Stecknadel- und Knopffabriken. Manverfertigt schöneKutschen, Uhren, Blech - und Messingwaaren, und treibt, über Leith, einen starkenHandel, zu dessen Beförderung 3 öffentliche und 9 Privatbanken, mehre Assecu- jranzgesellschaften und eine Börse dienen. Die schon erwähnte Hafenstadt, wohin ^der Leith-Walk,eineschöne,breite,mithübschenHäusern und Gärten besetzte Straßeführt, ist eng und schmutzig, und hat 15,000 Einw., Schiffswerfte, Schiffsdocken, -Glashütten, welche Flaschen und Gläser liefern, die selbst den englischen vorgezogenwerden, bedeutende Seifensiedereien und große Magazine der Edinburger. Merk >würdig sind die in der Umgegend von E. vereinzelt und steil zu einer großen Höheheransteigenden Felsenmassen, von denen mehre eine Höhe von 1000 Fuß haben.Sie sind basaltartig und haben zum Theil eine prismatische Form. Es erscheinenin E., daS mit London den Besitz des engl. Buchhandels theilt, viele größere ency-klopädische Werke und berühmte Zeitschriften. (S. Englische Literatur undEncyklopädien.) Vgl. Alex. Bower'sHütorzr oktlreI7uiver«it/ oi Lckin-burxb", und dessen histor. beschreib. Text zu dem Kupferwerke:Läilldurgb illu-»trateck" (1829). Die Schatten- oder Kleinstädterseite von E. schildert mit Wund Laune die Schrift:'Vlre möllern Ltlwns" (London 1825).

Eduard III., einer der größten Könige Englands, Enkel Eduards I., gebzu Windsor 1312, kam 1327 auf den Thron und starb 1377. Es gelang ihm,die während s. Minderjährigkeit verloren gegangene Lehnsherrschaft über Schott- >land wiederzuerobern. Nach dem Tode des kinderlosen Königs von Frankreich,Karl IV., suchte er 1336 die Ansprüche, welche er durch s. Mutter Jsabelle, KarlsSchwester, auf dieses Reich hatte, gegen den König Philipp VI., aus dem HauseBalois, geltend zu machen. Die gewaltige Schlacht bei Creffy in der ehemalige»Picardic (1346) entschied für die Engländer. Eine Folge derselben war die Er-oberung von Calais (1347), welches die Engländer seitdem 210 I. hindurch, be-saßen. Nach Philipps Tode (1350) wurde der Krieg gegen dessen Sohn, König