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3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
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Edict von Nantes Edinburg 435

Edictsform, wiewol auch allgemeine Grundsätze häufig in der Entscheidung beson-derer Fälle (Decrete und Rescripte) ausgesprochen wurden. Seitdem ist der NameEdict allgemeinen landesherrlichen Verordnungen, gleichbedeutend mit Patent,Man-dat, Verordnung, Ordonnance u. s. w., geblieben. Edictalladung, eineöffentliche Vorladung, durch offenen Anschlag an mehren Gerichtsstellen und heut-zutage Einrückung in Zeitungen, welche dann erlassen werden muß, wenn entwederder Aufenthalt des Vorzuladenden unbekannt ist, oder unbekannte Interessenten! (Gläubiger, Erben) zu Wahrnehmung ihrer Rechte aufgefodert werden müssen.' Nur ein kompetentes Gericht kann den Vorgeladenen gewisse Fristen setzen, in wel-chen sie sich bei Verlust ihrer Ansprüche (Präclusion) zu melden haben; Privatauf-foderungen der Art sind ohne rechtliche Wirkung, und die neuerer Zeit üblich gewor-dener- Drohungen, säumige Schuldner mit Nennung ihres Namens öffentlich zumahnen, sind eine unerlaubte Selbsthülfe. 37.

Edict von Nantes, s. Hugenotten.

Edinburg, Hauptst. Schottlands, liegt in der zu Südschottland gehöri-gen Grafschaft Edinburg oder Mid-Lothian, unweit deS Meerbusens von Forth,in einer wohlangebautcn Gegend. E. hat sich im letzten Jahrh, bedeutend vergrö-ßert; die Hafenstadt Leith eingeschlossen, mit welcher es ein fast zusammenhängen-des Ganzes bildet, steigt die Zahl s. Einw. jetzt auf 138,000, da es 1687 deren nur20,000 zählte. Das eigentliche E. besteht aus der Alt- und Neustadt, und istj eine der schönsten und häßlichsten Städte zugleich. Die Altstadt hat nämlich schlecht, gebaute Häuser und enge winklige Straßen; die ersten liegen auf und an einer An-höhe, über und unter einander, und einige derselben haben, von einer Straße aus- gesehen, zehn Stockwerke, während sie von der andern nur zwei oder drei zählen.

Eine tiefe Kluft, welche den Namen North-Loch führt, trennt die Altstadt von derj Anhöhe, auf welcher die Neustadt liegt. Die Verbindung zwischen diesen getcenn-! len Theilen Edinburgs wird durch zwei Brücken, die Nord - und Südbrücke, be-s wirkt. Erstere, ein Meisterstück der Baukunst, ist 310 Fuß lang und besteht ausZ kühnen Bogen von 68 Fuß Höhe, welche, besonders wenn man sie von untenbetrachtet, eine höchst malerische Wirkung hervorbringen, und sowol durch ihreLeichtigkeit als durch ihr schönes Verhältniß gefallen. Die zweite Brücke geht überdie in der Vertiefung stehenden Häuser hinweg und gewährt das sonderbare Schau-spiel, daß man von ihr auf die in der Straße Wandelnden hinabsehen kann. Gänz-lich von der Altstadt verschieden ist die Neustadt, die sich mit den schönsten Städtenin Europa messen kann. Hier durchschneiden sich die 34000 Fuß langen undüber 100 F. breiten, mit schönen, aus Quadersteinen erbaueten, Häusern besetzlen Straßen in rechten Winkeln. Zwei große Platze, St.-Andrew's-Square undEharlotte-Square, verschönern diesen Theil Edinburgs, der jedoch ein geringeresGewühl von Menschen zeigt als die Altstadt. In dieser ist der alte Palast derschottischen Könige, Holprood-House genannt, ein großes altmodisches Gebäude,welches eins regelmäßiges Viereck bildet, und dessen Fronte auf beiden Ecken mitzwei hohen Thürmen geziert ist. Im Innern zeigt man den mit einer Reihe vonBildnissen der schottischen Könige behangenen großen Saal und die Zimmer, welchedie Königin Maria Stuart bewohnte, und die noch ganz in ihrer damaligen Gestalterhalten sind. Man zeigt das Cabinet, in welchem die Königin mit ihrem Günst-i üng Rizio saß, als die Verschworenen hineindrängen. Auf dem Fußboden desi Borsaals sieht man noch einige Blutstropfen, welche die Stelle bezeichnen, wo> Rizio von den Verschworenen umgebracht wurde. In neuern Zeiten diente dieserPalast eine Zeitlang der vertriebenen fcanz. KönigSfamilie zum Wohnsitze. Auf' einem steilen Felsen, dem höchsten Theile der Erhöhung, worauf die Altstadt gebaut ist, erhebt sich das mit Kanonen besetzte Castell. Es hat nichts Anziehendesals s Lage, welche eine Aussicht auf die labyrinthischen Gaffen der Altstadt, auf

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