Druckschrift 
3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
434
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4Z4 Edict ^

protestant. Geistlicher, nahm mit s. Familie den kathol. Glauben an und zog nach -Frankreich. Heinrich studirte zuerst unter den Jesuiten zu Toulouse, dann auf der lSorbonne zu Paris. Durch s. Frömmigkeit und s. vortrefflichen Charakter erwarber sich bald so großes Vertrauen, daß die Schwester Ludwigs XVI., die PrinzessinElisabeth, ihn zu ihrem Beichtvater erwählte. Die Revolution brach aus; die Fre-vel mehrten sich mit jedem Tage; sie näherten sich ihrem Gipfel durch die Einkerbe- -rung des Königs und s. ganzen Familie. Elisabeth war im Gefängniß der tröstende jEngel ihres Bruders, und durch sie erhielt Ludwig die erste Nachricht von Firmont,der damals u. d. N. Essex in Choisy verborgen lebte. Als dem Könige s. Todesur- >theil bekanntgemacht wurde, bat er um einen Aufschub von 3 Tagen, um sich aufs. Erscheinung vor Gott zu bereiten, und um die Erlaubniß des ungehinderten Um-gangs mit einem Geistlichen, den er näher bezeichnen wollte. Dieser war Firmont.

Der Convent bewilligte den Geistlichen, schlug aber den Aufschub ab. Firmont ent-ledigte sich s. Geschäfts mit der tiefsten Ergebenheit. Er erbot sich selbst, den Königauf den Richtplatz zu begleiten. Es geschah. Edgeworth stieg mit auf das Blutge-rüst; Ludwig entkleidete sich selbst. Die Büttel warfen ihn unter die Guillotine.

Da sagte Edgeworth die Worte:Sohn des heiligen Ludwig, steige zum Himmelempor!" und das Beil siel. Unter unendlichen Gefahren gelang es Firmont, Frankreich zu verlassen. Er kam 1796 in England an. Pitt bot ihm im Namen desKönigs einen ansehnlichen Jahrgehalt an; er lehnte ihn aber ab, weil er die Lastennicht vermehren wolle, welche die britische Regierung bereits zu Gunsten der stanz.Ausgewanderten auf sich genommen habe. Bald folgte Edgeworth Ludwig XVIll. ,nach Blankenburg im Braunschweigischen, und von da nach Mitau. Sein edler ^Charakter hatte sich auch unverkennbar in s. Äußern ausgedrückt, wie folgender Zug -beweist. Sein König schickte ihn an den russischen Hof, um dem Kaiser Paul denOrden des heil. Geistes zu überbringen; und dieser Monarch wurde bei dem An-blick von Firmont's ehrwürdigem Wesen dergestalt ergriffen, daß er sich vor ihmauf die Knie warf und um s. Segen bat. Wie Edgeworth s. Leben Unglücklichen ,mit evangelischer Liebe gewidmet hatte, so sollte er es auch im Dienste der Menschheit ^verlieren. 1807 ward eine Menge stanz. Kriegsgefangener nach Mitau gebracht,wo Edgeworth bei Ludwig XVIII. lebte. Unter ihnen herrschte ein ansteckendes Fie-ber, das die fürchterlichsten Verwüstungen anrichtete. Firmont, hiervon nicht zu-rückgescheucht, wurde ihr treuester Verpfleger; er achtete keine Gefahr, aber vonder Seuche angesteckt, starb er am 21. Mai 1807. Die Herzogin v. Augoulömeverpflegte ihn in s. Krankheit, die k. Familie legte Trauer um ihn an, und LudwigXVIII. verfaßte s. Grabschrift. S. E.'sBiographie im 4. Hst.derZeitgenossen"Edict (jur.), eine öffentliche Bekanntmachung. Im alten Rom pflegtendie höher» Staatsbeamten, welche alljährlich wechselten, beim Antritt ihres Am-tes die Grundsätze öffentlich aufzustellen, welche sie bei Verwaltung desselben znbeobachten gedächten. Dies thaten vorzüglich die Ädilen als Oberbauherren undMarktrichter, und die Prätorcn, als Oberrichter. Diese jährlichen Bekanntmachungen, worin die Lücken der eigentlichen Gesetze ergänzt, und das Recht nach denBedürfnissen der Zeit fortgebildet wurde, bekamen nach und nach eine gewisse Fe-stigkeit, indem die Nachfolger das Meiste der Vorgänger unverändert beibehielten(eilivtum trulutitium), und wurden eine Hauptquclle des ganzen römischen Rechtssystems, welche als gegründet auf das amtliche Ansehen seiner Urheber, jus Kvno- !rsriunr, dem eigentlichen förmlich gesetzlichen, jus civile, entgegengesetzt wurde.

Das ellivtmn prsetori« wurde unter K. Hadrian (im 1.131) von Salvius Julis- !nus in eine zweckmäßige Ordnung gebracht (eilietum perpetuum) und erhielt -förmlich gesetzliche Autorität, wiewol die Prätoren noch ihre Befugniß zu ediciren ,eine Zeitlang ausgeübt zu haben scheinen, bis alle gesetzgebende Gewalt in den aus lschließlichen Besitz der Kaiser kam. Auch sie bedienten sich dabei zuweilen du ^ ,