Druckschrift 
3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
433
Einzelbild herunterladen
 

Edelsteine Edgeworth von Firmont 433

Zeichnung, treue Natur und eine unnachahmliche Harmonie in der Ausführung er-heben die Werke des berühmten Künstlers über alle s. Nation. Edelinck starb alsordentlicher Kupferstecher des Königs und Rath der königl. Malerakademie 1707,66 I. alt. Weder sein Bruder noch sein Sohn erreichten ihn.

Edelsteine nennt man alle glänzende, sehr harte, durchsichtige Steine,bie, am Stahle geschlagen, Funken geben, und theils farblos sind, theils mancher-lei Farben zeigen. Ihr blendender Glanz und ihre Seltenheit werden ihnen stetsihren hohen Werth erhalten. Sie werden meistens in ihrer bestimmten regelmäßi-gen Gestalt in der Erde gefunden; nicht selten schließen sie auch fremde Körper ein,und man leitet ihre Entstehung aus der Krystallisation her. Ihre Farben scheinensie einer metallischen Beimischung zu verdanken. Sie sind aus verschiedenen Grund-erden zusammengesetzt, und zwar die meisten aus Kiesel-, Thon- und Kalkerde.Berge und Felsen sind die Geburtsorte dieser Steine. Diejenigen, die man in Flüs-sen und ebenen Gegenden findet, sind durch Wasserfluten aus den Klüften losgeris-sen und fortgeführt worden. Viele Edelsteine liegen in einer Umkleidung gemeinerSteinart, die Mutterstein heißt. Man theilt gewöhnlich die Edelsteine in voll-kommene oder ganz edle (gemmse), d. i. durchsichtige, und in Halbedelsteineslspicke» pretioei) oder halbdurchsichtige ein; indessen findet bei dieser Eintheilungviel Willkürliches statt. Ebenso ist es auch mit der gewöhnlichen Rangordnung:Diamant, Rubin, Sapphir, Topas, Smaragd, Amethyst, Granat, Hyacinth,Beryll, Chrysolith, Carneol, Chalcedon, Achat, Opal, Onyx, Sardonyx, Lasursteinund Turmalin. Es gibt kein sicheres Kennzeichen, nach welchem sich die Rangord-nung dieser Steine bestimmen ließe; denn ihr Werth beruht auf zufälligen Umstän-den. Sonst setzte man sämmtliche Edelsteine ins Kiesclgcschlecht; jetzt hat der här-teste unter allen diese Stelle verloren, und steht unter den brennlichen Mineralien.Sie dienen hauptsächlich zur Pracht. Die Alten verstanden es noch rsicht, sie zuschleifen; ihre Steinschneider theilten ihnen dadurch einen größer» Werth mit, daßsie künstliche Figuren darauf eingruben. Griechen und Römer hatten es in dieser. Kunst zu einer bewundernswürdigen, von den Neuern nicht erreichten Vollkommen-heit gebracht. Die geschnittenen Steine wurden in Ringe gefaßt und an den Fin-gern als Schmuck getragen, oder in Petschaften zum Siegeln gebraucht, oder manbesetzte auch kostbare Vasen damit. Über die berühmtesten Sammlungen s. Dak-. tylioth ek. Bei uns werden die meisten Edelsteine auf mancherlei Weise geschlif-fen (s. D i a m a n t), in Ringe und dgl. gefaßt und als Schmuck getragen, oder zurBesetzung kostbarer Dosen ec. gebraucht. Auch gibt es bei uns mehre Künstler, diedenAlten im Eingraben der Figuren nacheifern. Die schönsten und köstlichsten Edel-steine kommen aus Ostindien; doch übertrifft der böhmische Granat den orientali-schen an Härte und Schönheit. Außerdem findet man diese Steine auch in a. Län-dern Asiens, in Amerika (besonders Brasilien), in vielen europäischen Ländern undin Deutschland. In unsern Zeiten versteht man auch die Kunst, künstliche Edel-steine zu verfertigen, die an Glanz und Farbe den natürlichen so gleichen, daß Ken-neraugen erfodert werden, um die Täuschung zu entdecken. Es werden dazu metal-lische Glasarten angewendet, welche sich im Flusse mit andern erdigen und fähigenGläsern vermischen, und ihnen, ihrer verschiedenen Natur nach, verschiedene Far-ben mittheilen. Die Grundlage dieser künstlichen Edelsteine muß ein reines, durch-sichtiges, hartes Krystallglas sein, wozu auch Blcikalk kommt, der das Glas nochdichter, aber auch leichtflüssiger macht. Je härter diese Steine, je lebhafter undreiner ihre Farbe, und je gleichförmiger die ganze Masse ist, woraus sie bestehen,desto schöner sind sie. Die Feile, der keiner dieser künstlichen Edelsteine widersteht,zeigt bald ihren Ursprung. Auch sind die echten Edelsteine schwerer.

Edgeworth von Firmont (Heinrich Allen), Beichtvater LudwigsXVI., geb. 1745 in Irland in dem Flecken Edgeworth-Town. Sein Vater, einSv»v.-Lex. Siebente Aufl. Bb. «l 28