Druckschrift 
3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
432
Einzelbild herunterladen
 

4Z2 Edelinck

Cyklus aus jenen Liedern, welches, schon der Zeit wegen, nicht mehr als damalsgeglaubtes Religionssystcm anzusehen, sondern, auch der ausdrücklichen Absichtnach, nur neben seiner Sprachlehre und Verskunst der mythologischeTheil zu einemLehrbuche der altnordischen Poesie ist, obgleich sie uns wegen der Lücken in den älternLiedern, aus welchen sie noch häufige Stellen gibt, auch in dieser Rücksicht höchstwichtig ist. In der Folge ist das Werk noch umgearbeitet und erweitert worden.Es besteht ebenfalls aus 3 Th., deren erster dogmatisch, der zweite erzählend ist,und der dritte, mit Namen Skalda, in einem alphabetischen Auszuge die poetischenRedensarten enthält, die in den ersten Theilen vorkommen. Den isländischen Textdieser Edda hat mit verschiedenen (aber sehr fehlerhaften) Übersetzungen Reseniusherausgegeben, Kopenh. 1665, 4. (Daher heißt sie auch die Resenische Edda.) Diebeste Ausgabe in sprachlicher Hinsicht von Rask, besorgte Afzelius (Stockh. 1818).Eine dänische Übersetzung hat Nyerup (Kopenh. 1808) geliefert, welcher sich über-haupt um die Edda große Verdienste erworben hat. Eine deutsche Übersetz, besitzenwir von Rühs (Berlin 1812). Der erste Th. der ältern oder Sämundischcn Eddawurde im Originaltext 1787 von dem Magnäischcn Institute, belebt durch Suhm'sEifer, mit einer latein. Übersetzung und Glossen, beide hauptsächlich von GudemundMagnäus gearbeitet, bckanntgemacht. Der zweite Th. (1817) enthält die Vo-lundarquida und alle Gedichte, welche die Verbindung zwischen dem skandinavischenund deutschen Heldcnalter bilden; aus dem 3. Th. dieser kritischen Edda (ebenfallsauf Kosten des Arna-Magnäanischen Legats, vorzüglich von Fin Magnussen be-sorgt, u.d.T.koeneos vetustissimav 8oanckin»vorum 3'rikoliuiu: Völuspa, !Havamal und Rigsmal", Kopenh. 1828, 4.) erschien besonders abgedruckt!kriooae veteruin Lorealiuin U/rboloesise I-exivon". Bearbeitungen undÜbersetzungen der früher bekanntgewordenen Theile haben unter den DeutschenDenis, Schimmelmann, Gräter, Herder und Fr. Majer geliefert. Einzelne, bishernoch »»gedruckte Sagen der Edda gaben v. d. Hagen und Grimm im Originalund später auch deutsch heraus. In den Streitigkeiten über die Echtheit und dasAlterthum der ältern Edda, welche bis auf die neuere Zeit fortgesetzt worden, sindals Zweifler und Gegner besonders Adelung, Schlözer und Rühs aufgetreten.Ihnen stehen entgegen P. E. Müller (Über die Echtheit der Asalehre und denWerth der Snorrischen Edda", Kopenh. 1811, undÜber den Ursprung und Ver-fall der isländischen Historiographie, nebst einem Anhange über die Nationalität deraltnordischen Gedichte", Kopenhagen 1815), v. d. Hagen, die Gebrüder Grimm,Docen u. A., und es scheint sich die Wahrheit auf ihre Seite zu neigen. Denn nichtnur die innere Wahrheit und die eigenthümliche Ausbildung der Eddalehre, sondemauch geschichtliche Spuren sprechen für das Alterthum und die Echtheit derselben.Über den Zusammenhang der deutschen Nibelungen und deS Heldenbuchs mit derEdda sind von den letztgenannten Schriftstellern ebenfalls anziehende Untersuchun-gen angestellt worden.

Edelinck (Gerard), geb. zu Antwerpen 1649, Maler und einer der größ-ten Kupferstecher, der zwar in s. Vaterstadt die Elemente s. Kunst erlernte, in Frank-reich aber seine Talente völlig entwickelte. König Ludwig XIV. fesselte diesen Künst-ler durch Gunstbezeigungen. E. erhielt den Auftrag, die heil. Familie Hon Rafaelund Alexandcr's Besuch bei der Familie des Darms von Lebrun in Kupfer zustechen. Auch stach er das Reitergefecht nach Leonardo da Vinci. Bei seinen grö-ßer» Blättern nach histor. Gemälden ist oft die Wahl zu bedauern. Viele Bildersind erst durch seine Meisterhand berühmt worden. Eins feiner schönsten Blätter ist idas Kreuz nach Lebrun. Nicht weniger glücklich war E. in Portraits, deren er einegroße Anzahl von den berühmtesten Personen seines Zeitalters hinterlassen hat; inder Sammt, berühmter Männer von Perrault befinden sich mehre davon. Ein vor- .züglich reinlicher und dabei glänzender Grabstichel, große Manier, correcte, leichte