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Edam Edda
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Frankreich verlegt hatte, wagte E. wieder hervorzutreten. Er hörte nun auf, fürOstreichs Bortheil zu arbeiten, da dieses weder seine Sendung beglaubigt noch auchihm persönlichen Schutz gewährt hatte. Dagegen fand er in Belgien selbst mächtigeBeschützer. Er ward durch ihre Vermittelung Polizeicommissair in Gent, wo ereifrig bedacht war, die Sieger zu unterstützen. Das Verwaltungsfach füllte jedochseine Thätigkeit so wenig aus, daß er seine Zeit auch dazu benutzen konnte, zahlreicheAufsätze über die Angelegenheiten des Tages zu schreiben, worin er sich zum Ver-fechter unbeschränkter Herrschaft auswarf. Man wirft ihm mehre Gewaltschrittegegen Personen vor, die ihm verdächtig schienen. E. mußte einige Zeit nachher seineStelle in Gent aufgeben, ward jedoch als Polizeicommissair im GroßherzogthumeLuxemburg angestellt, wo er in seiner alten Wirksamkeit fortfuh»- und u. A. durch^ Auslieferung eines nach Luxemburg gcflüchtetcn Franzosen, den Frankreich verlangte,j das erste Beispiel einer solchen Bereitwilligkeit im neuen Königreiche der Nieder-lande gab. Indeß ward der Ausgelieferte späterhin von den Gerichten in Frankreich! losgesprochen. E. trat später in Frankreichs Dienste und lebt jetzt zu Paris. Seine
^ Lehre enthält die Zeitschrift: „I-e 6»tli«ligue", seit 1826. Vgl. „Zeitgenossen",
H VII, 1829.
Edam, Stadt in Nordholland, etwa 6 Meilen von Amsterdam, an der^ Zuidersee gelegen, mit 1060 H., 3500 E., Hafen, Schiffbau, Salzsiederei, treibtl wichtigen Handel mit Käse; 1801 wurden 6,660,631 Pfund gewogen. Man' unterscheidet überhaupt in Holland den süßen und den sauern Milchkäse. Den letz-tem nennt man Komyne- (Kümmel-) Käse, weil er mit Kümmel und Nägelein ge-würzt ist, auch Kastert. Von beiden Hauptabtheilungen gibt es viele Sorten. Dieedamer Käse gehören sämmtlich zu den süßen Milchkäsen und werden nach der^ Farbe ihrer Rinde in roth- und weißkrustige getheilt. Es gibt ihrer von 3^ bis 20Pfund. Der vorzüglichste von allen ist der sogenannte Präsentkäse, der alle Voll-kommenheiten des besten Käses in sich vereinigen muß. Ein Mittelpreis ist 20 bis25 Gulden für 100 Pfund. Nach England geht in gewöhnlichen Zeiten eine un-geheure Menge; ebenso nach Amerika, den Colonien, Spanien. Man rechnet dasganze Käseerzeugniß in Holland auf 30 Mill. Pfund.
Edda, zwei Sammlungen alter isländischer Dichtungen, welche, insofernsie von den nach Island gewanderten Norwegern (Normännern) herrühren, germa-nischen Ursprungs, und die Hauptquelle für die nordische Götter- und Heldenge-schichte sind. Die erste dieser Sammlungen, welche man die ältere oder Sämun-dische Edda nennt, soll von Sämund Sigfusson, einem gelehrten isländ. Geistlichen,nebst Are Frode, dem ältesten Geschichtschreiber des Nordens (welcher von 1056—1133 lebte und zu Paris studirt hatte), veranstaltet worden sein. (Sigfusson's Le-ben hat Arne Magnäus vor dem 1. Theile der Edda beschrieben.') Aber sowol diesals daß ihr der allgemeine Name Edda zukomme, ist geleugnet worden. Sie be-steht aus einer Reihe von Gesängen der Skalden und uralten Sagenliedern, daherdie alte Edda (Stanimmutter der Poesie). Diese altrhythmische Edda war sonst400 I. in Island verborgen und vergessen. Ein Theil derselben scheint für immerverloren gegangen zu sein. 1643 entdeckte und rettete derBischosBrynjolfSvensenzu Skalholt einen vorzüglichen und immer noch den besten Pergamentcodex dieseralten Dichtungen. Seit dieser Zeit wurde die Edda eifriger bearbeitet, und besondersfolgende Theile derselben bekanntgemacht: Bcgthamsgnida, Boluspa (Wahrsagun-gen), Havamaal (erhabenes Gespräch), und Runecapitule oder das runische Capitel(worin Odin sich seiner Stärke in Aauberliedern rühmt). — Aus diesen damalsnoch vollständigen Liedern und andern Gesängen ist (vielleicht 120 I. später) derprosaische Auszug gemacht, welcher den Namen der jünger« Edda führt unddem Snorro Sturleson, Lagmann auf Island und Truchses des Königs Hakon! um 1200, zugeschrieben wird. Dieser Auszug bildet eine Art von System und