Druckschrift 
3 (1830) D bis E
Entstehung
Seite
425
Einzelbild herunterladen
 

Ebionitm

Echiniten 425

bibliographischen Studien ein weites Feld öffnete, gab ihm den Muth, sich an einAllgemeines bibliographisches Lexikon" (Lechz. 182t, 4.) zu wagen, durch das erdie beschränktem Ansichten ausland. Bibliophilie auf den hohem Standpunkt deut-scher Bücherkenntniß erheben könnte. Die rühmlichste Anerkennung hat es nament-lich auch in England gefunden. Neben diesem Werke, das wohl hinreichend wäre,die ganze Kraft jedes nicht unthätigen Mannes in Anspruch zu nehmen, fand ernoch Muße zu andern Arbeiten, die ihm Erholung von einem sauern Berufe wur-den, wozu sein längst vorbereitetesLeben Friedr. Taubmann's" (Eisenberg 1814),seinTorquato Lasso, nach Ginguene dargestellt" (Leipz. 1819) und s. Auf-sätze in verschiedenen Zeitschriften rc. gehören. Schon 1812 hatte er durch eineDies. Ilierurviiiae in reliK. »v litera« vommoclu" s. Vertrautheit mit dem Mit-telalter beurkundet, und das Diplom im Voraus verdient, mit dem ihn die frankfur-ter Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 1819 beehrte. Wie thätig erseitdem für die Zwecke dieses Vereins gewesen, beweisen s. Beiträge zu ihrem Ar-chive. Bei dieser Thätigkeit, zu der auch ein sehr verbreiteter Briefwechsel kommt,lebt E. doch recht eigentlich auch den innern Geschäften der Bibliotheksverwal-tung und übt praktisch Das, was er als Federung an s. Collegen in einer Gclegen-heitsschrist, die schon 2 Aufl. erlebte (Die Bildung des Bibliothekars" Leipzig1820; als 2. Thl. erschien s. Schrift:Zur Handschriftcnkunde", Leipz. 1825)darzulegen sich gedrungen fühlte. Wie sehr er geeignet war, solche Anfoderungen zumachen, hat er durch ^Beschreib, der k. öffentlichen Bibliothek zu Dresden" (Leip-zig 1822), auch den entferntesten Freunden s. Faches dargethan. Nach einer kur-zen, aber nicht fruchtlosen Anstellung als Bibliothekar in Wolfenbüttel, wurde E.1825 nach Dresden als Bibliothekar zurückgerufen. Hier begann er 1826 eineZeitschrift:Überlieferungen", und 1828 dasDresdner Litcraturblatt".

Ebioniten, s. Nazarener.

Eccehomo (Welch ein Mensch!) nennt man ein Crucifix, weil nachJoh. 19, 5, Pilatus in diese Worte der Bewunderung ausbrach, als er sah, mitwelcher Duldung Christus die Geißelung ertrug.

Lefielon, die Leitersprosse. Ein Heer marschirt on «viielou oder parevbelon, wenn es trcppenförmig, d. h. in kleinen, gleich weit aufeinanderfolgen-den Abtheilungen aufzieht oder vorrückt. Man bedient sich des Angriffs «u eelle-><m, um nur mit einem Theile des Treffens das Gefecht zu beginnen und den an-dern aufzusparen, d. h. man rückt den Flügel, mit welchem der Angriff geschieht,dem Feinde näher, und hält dagegen den andern zurück. Wenn z. B. eine Brigadevon 6 Bataillonen, die in Schlachtordnung aufmarschirt steht, on «obolon an-greifen soll, so rücken die 2 Bataillone, z. B. des rechten Flügels, erst 100200" Schritt vor, darauf setzen sich die beiden folgenden Bataillone in Marsch, sodaß derrechte Flügel dieser 2. Abtheil. auf einer Perpendiculaire marschirt, die den linkenFlügel der ersten Abtheilung berührt; der 2. Abtheil. folgt dann die 3. der beidennächsten Bataillone in der nämlichen Art u. s. w.

Echiniten, Verstenierungen von Seeigeln, also von lebendigen Secthie-rm aus der Classe der Würmer, die noch jetzt in der Schöpfung vorhanden sind.(Vgl. Organische Überreste.) Sie werden häufig angetroffen, zuweilenauch auf Äckcrn, und der gemeine Mann nennt sie Krötensteine, weil er glaubt,daß alte Kröten sie erzeugen. Die Gestalt der meisten ist halbkugelig. Sie haben2 Öffnungen, doch nicht immer an derselben Stelle, und sind theils der versteinerteKern, theils die versteinerte Schale von einem Seeigel. An den Stellen, wo dieTheile der Schalen zusammengefügt waren, erblickt man fast immer im versteiner-ten Kerne fünf, seltener sechs, doppelte, auf der Halbkugel von oben nach untenHerablaufende Nähte von tiefer oder flacher eingedrückten Löchern. Die Stachelnund Warzen, womit die Seeigel in ihrem natürlichen Zustande besetzt sind, werden