Dürer
406 Durchmesser
lichen Kurfürsten zuerst. Unter Karl V. war er schon gewöhnlich. Spater erhielte»ihn auch die Fürsten, welche auf dem Reichstage Sitz und Stimme hatten. Dieälteste Urkunde über das einem Fürsten ertheilte Prädicat Durchlauchtig ist einewürtembergische von 1664.
Durchmesser, s. Diameter.
Durchschnitt, s. Riß und Profil.
Durchsichtigkeit, die Eigenschaft der Körper, dem Licht einen Durch-gang zu verstatten. Sie hangt indeß nicht allein davon ab, daß stcLicht in gehörigerMenge, sonderndaß sie es auch in merklich geraden Linien durchlassen. So können 2an und für sich sehr durchsichtige Substanzen, z. B. Wasser und Öl, wenn mansie vermengt, undurchsichtig werden, weil sie die Lichtstrahlen auf verschiedene Artbrechen. Dagegen wird Papier, welches an und für sich undurchsichtig ist, vermit-telst des Befeuchtens mit Wasser oder Öl durchsichtig. Es kommt ferner bei derDurchsichtigkeit nicht auf die Harte oder Weiche der Körper oder ihre Porosität an,wie man auf den ersten Blick glauben sollte; der harte Diamant ist durchsichtig,die weichsten Holzarten sind es dagegen nicht, weil die geradlinige Richtung derLichtstrahlen in der Masse nicht an jene Eigenschaften der Körper gebunden ist.Man muß also vielmehr die Unveränderlichkeit dieser geradlinigen Richtung derLichtstrahlen als den eigentlichen Grund der Durchsichtigkeit betrachten. — Scharf-sinnige Untersuchungen und Vermuthungen über Durchsichtigkeit und Undurchsich-tigkeit der Körper in dem hier angegebenen Sinne tragt vor Newton in s. „Opti?.e"(Lond. 1706, 4.) im 2. Buche; und über die Schwächung, welche das Licht bei ,diesem Durchgänge durch die verschiedenen Körper erleide, hat Versuche angestellt !Bouguer: „Iraite ck'optigue" (Paris 1760,4.). Auf dieser Schwächung des jLichts vermittelst durchscheinender Körper beruht endlich auch der neuerlich von ^Lampadius angegebene Photometer, welcher in einer Röhre besteht, indieso >viel Scheiben durchscheinender Körper eingeschoben werden, bis das dadurch betrach-tete Licht ganz unsichtbar wird. S. „Praktische Abhandl. über das Gaslicht",von Accum, deutsch durch Lampadius (Weimar 1816).
Durchzeichnen, s. Calquiren.
Durchziehen der Tressen, ein Manoeuvre, vermittelst dessen dievorderste, dem Feinde zunächst gegenüberstehende Linie rückwärts, durch das vor-rückende zweite und dritte Treffen, die zweite, dritte und folgende Linie, züge - oderdivisionsweise, im Flankcnmarsch mit links - und rechtsum, und im Gcschwind-schritt durchmarschirt, sodaß die zweite Linie die erste, und, wenn auch diese sichab - oder hindurchzieht, die dritte die erste wird. Überhaupt bedeutet Durchziehen jedeBewegung rückwärts oder vorwärts, wo Truppen durch andre hindurchgehen. Z»der Schlacht bei Wittstock, 1636, wo der schwedische Feldmarschall Baimer den.30,000 M. starken vereinigten Sachsen und Kaiserlichen nur 20,000 M. entge-genstellen konnte, findet man zuerst des Durchziehens der Infanterie durch diezweite Linie gedacht; eS ward von den Schweden angewendet, um die Regimenteraus dem Treffen zu bringen, die zu sehr gelitten hatten. Etwas Ähnliches damithatte die Stellung des Feldmarschalls Torstenson im Treffen bei Janckowitz, wo erdie kaiserl. Armee in ihrer linken Flanke umging, und hauptsächlich dadurch denSieg erhielt, daß der Feind gezwungen war, eine ungünstige Stellung zu nehmen.Der große Conde wandte im Gefechte bei Lenz das Durchziehen der Treffen auchbei der Reiterei an, und späterhin ward es etwas Gewöhnliches.
Dürer (Albrecht), geb. zu Nürnberg den 20. Mai 1471. Sein Vater war 'ein geschickter Goldschmied aus Ungarn, der seinen wegen s. Fleißes sehr geliebtenSohn selbst unterrichtete. Früh entwickelte sich D.'s Talent, und obgleich er schonim 15.1. große Fortschritte in der väterlichen Kunst gemacht hatte, so entschied sich js. Neigung doch für die Malerkunst. Michael Wohlgemuth, damals der beste Mal« j