! Durchfuhr- (Lransito-) Handel Durchlaucht 4V5
z. B. vom Wasser durchdringen, und diese« hängt sich auch an sie an. (Vgl. P o -ren, Porosität.)
Durchfuhr- (Transito-) Handel ist derjenige, durch welchen fremdeWaaren durch ein Land in ein andres geführt werden. Er bringt 1) den Kaufleu-ten Gewinn, welche die Förderung der Waaren durchs Land übernehmen; denngewöhnlich werden die Waaren an einen Spediteur gesandt, welcher dafür sorgt,daß bei der Durchfuhr die Landcsgesctzc beobachtet werden, und dahin sieht, daßsichere Fuhrleute angenommen, die Colli unbeschädigt erhalten, und die gesetzlichenFormen beobachtet werden, so lange sie in seinem Lande bleiben, sowie auch, daßsie, wo es nöthig ist, an der Grenze einem andern Spediteur zu gleicher Besorgungüberliefert werden; 2) den Personen, welche im Lande mit der Durchfuhr beschäf-tigt sind, als Fuhrleuten, Schiffern, Wirthen rc.; 3) den Landwirthen oder andernProducenten, deren Producte dabei verzehrt oder sonst gebraucht werden. Einen jeweitem Raum die Waaren durchgehen, desto mehr Vortheil gewährt der Durch-fuhrhandel dem Lande. Auch zieht ein solcher Handel leicht eine Vergrößerung desAbsatzes herbei, indem die Durchführenden Gelegenheit eröffnen, innere Landes-producte bequem und wohlfeil weiter zu schaffen, und in der Fremde dadurch Be-kanntschaft mit den Landesproductcn erhalten, und erfahren, welche von denselbenin andre Lander mit Nutzen verführt werden können.
Durchgang, in der Tonkunst, die Verbindung zweier von einander ent-fernten Haupttöne durch mittlere. Es heißen daher die Töne, und, wenn sie in No-! ten verzeichnet werden, die Noten, durchgehende: 1) die nur den Übergang machen zu! einer andern, dem Accorde wesentlichen Note (Haupttönc), folglich als melodischeNebentöne betrachtet werden. Der Durchgang heißt regelmäßig, wenn diedurchgehende Note auf den schlechten Takttheil fällt. Dissonanzen sind durch-gehend, wenn sie nicht unmittelbar aufgelöst werden. 2) Töne oder Accordeüberhaupt, die auf einen schlechten Takttheil fallen (schlechte Noten). — In derAstronomie versteht man unter Durchgang durch die Sonnenscheibediejenigen Himmelsbegebenheiten, da Venus oder Mercur bei ihrem Umlauf umdie Sonne zwischen dieselbe und das Auge des Beobachters auf der Erde treten, undsich also als dunkle, jetzt nur auf der Rückseite erleuchtete, Kugeln, in Gestaltschwarzer Flecke, durch die Sonnenscheibe zu bewegen scheinen. Wenn diese Erschei-nungen von verschiedenen, weit von einander entfernten Punkten der Erde beobachtetwerden, so haben sie nicht für alle Beobachter die nämliche Zeitdauer; und da dieseZeitverschiedenheit von der Parallaxe (s.d.) des Planeten sowol als der Sonneabhängig ist, so läßt sich aus der erster» auf die letztere schließen. Namentlichschicken sich zu dieser Bestimmung die Durchgänge der Venus. Ein solcher, vonsehr günstigen Umständen begleiteter Durchgang der Venus durch die Sonne ereig-nete sich zuletzt am 3. Juni 1769 (die nächst zu erwartenden fallen 1874 und 1882ein), und hat in der Geschichte der Astronomie Epoche gemacht. Die londner königl.Societät ließ denselben in der Hudsonsbai und auf der Insel Otahciti, der stanz.Hof durch Chappe (s. d.) in Californien, der dänische durch Hell zu WardhuSin Lappland, der schwedische durch Planmann zu Kajaneborg in Finnland beobach-ten ; und durch diese 5 Beobachtungen ward die Sonnenparallaxe, welche eins der> wichtigsten Elemente der ganzen Astronomie ist, sehr genau bestimmt. — Vgl. dasIX. Buch von Lalande's „Astronomie"; das,Memoirs sur le PSSSSAL äs Venus"
^ (Par. 1772,4.); Bode's „Abhandl. vom Durchgänge der Venus" (Hamb.1769).— Eine gute allgemeine Ansicht gibt Lalande's „Lbrezv Gastronomie" (Paris1795, S. 264 fg.). 0. N.
Durchlaucht, latein.: 8orenus (hell, klar, rein, durchleuchtend). KönigAthalrich nannte sich selbst Serenitas uostrs. Das Prädicat Durchlauchtig findetman in Urkunden seit dem 14. Jahrh. Karl IV. gab diesen Titel 1376 den wclt-
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