Personennachweis
für die Koschnaewjerdörfer von 1651—1702.
Von P. P a n s k e.
Heft 20 der D. W. Z. P. brachte einen Aufsatz, betitelt „Familiender Koschnaewjerdörfer im achtzehnten Jahrhundert“. Daran an-knüpfend wird hier noch weiter zurückgegriffen: es gilt, die Nachrichtenaufzubehalten, die aus dem Halbjahrhundert vorher zu erfassen sind.Mit dem Jahr 1651 beginnt die älteste erhaltene Tauf-, Trau- und Sterbe-matrikel der katli. Pfarrkirche zu Könitz: in dieser sind die ältestheute erreichbaren Tauf- und Traueinträge, unsere Gegend betreffend,zu finden. Die Pfarrei Lichtnau (mit der Filiale Schiagentin) war zujener Zeit an Könitz angeschlossen: der Konitzer Pfarrer Johann Ban-ner war dazumal gleichzeitig Pfarrer von Lichtnau-Schlagentin, wo er•die Seelsorge durch einen Konitzer Vikar ausüben ließ. In Oster-wik aber brannte 1652 — kurz nach der durch den Kammer Archi-diakon Stanislaus Trebnic getätigten Visitation — sowohl die Kirche,wie auch Pfarrhaus und Pfarrgehöft ab; der Pfarrer Anton Glonski,dort schon seit 25 Jahren im Dienste, verlegte seinen Wohnsitz nachder Filiale Frankenhagen. Doch von hier — oder auch von Osterwik,falls er inzwischen dorthin wieder zurückgekehrt war — vertrieb ihnder zweite Schwedenkrieg (1655—1660): 1655 den 8. Dezember bereitsnennt er sich in der Konitzer Taufmatrikel parochus Ostrouitensis, pro-tunc coadiutor Conicensis; er hatte also seinen Wohnsitz in der Stadtgenommen, und dort (in Könitz) ist er bis zum 26. März 1656 als in derSeelsorge mittätig festzustellen. Wenn ich zuvor eine Rückkehr nachOsterwik nicht ausschloß, so gründet sich dies auf den Umstand, daßdie große Kirchenglocke daselbst das Jahr 1654 und den Namen Risopaufweist damit ist der Kirchenvorsteher Schulz Lorenz Rizop, dendie Visitation von 1652 benennt, gemeint. Rink, Die Geschichte derKoschneiderei, Danzig 1932, Seite 46 bringt die Tatarennachricht, „daßder Pfarrer von Osterwick und die Kirchenstiefväter, d. h. die Kirchen-vorsteher, während dieses Krieges (des zweiten schwedischen) getötetwurden und daß dann der schwedische Soldat, da ihm niemand Wider-stand geleistet hatte, Kirche und Pfarrhaus ausgeplündert hatte“. Dassoll man „urkundlich“ erfahren. Nun, die „Urkunde“ ist in den Mit-teilungen des Coppernicus-Vereins, Heft 18 (1910), Seite 44 gedruckt.Doch da ist von Tötung irgend jemandes ganz und gar nicht die Rede,.
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