Druckschrift 
6 (1845)
Entstehung
Seite
486
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träglich geworden waren, machen Sie es wie Ihre FrauMutter, und heirathen Sie niemals. Diese zweischnei-dige Replik, die auf unehliche Geburt und künftiges Maitressen-gewerbe zugleich hinwies, soll die gute Folge gehabt haben, daßman nie mehr von Freiern sprach, ja man soll sogar von Stundan bescheiden und artig geworden sein.

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Folgende Replik des Lord Ehestersield, bekanntlich zuseiner Zen eines der witzigsten Köpfe Englands, gehört nichtganz unter diese Rubrik; witzig ist sie zwar, auch gerecht, aber,alle Umstände zusammen genommen, nicht bitter. Sie wurdeeiner Dame gegeben, und so sebr der Lord auch das schöne Ge-schlecht in seinen Briefen herabgesetzt hat, so war er doch vielzu galant, um irgend einer Dame eine Bitterkeit ins Gesichtzu sagen. Eine unverheirathete Dame von Stande, die auchals Schriftstellerin bekannt ist, deren Name mir aber jetzt nichtbestallt, verband mit vielem Witz, großer Lebhaftigkeit und einergewissen Art von Leichtsinn in ihren Einfällen, nichts desto we-niger eine strenge Tugend und exemplarische Reinheit des Lebens.Das wußte Jedermann. Diese wurde öfters sogar in öffentlichenBlättern um so mehr mitgenommen, je weniger sie selbst zuweilenzurückhaltend mit ihrer Satyre war, und jemehr die Schriftsteller,die gar die Absicht nicht hatten ihr zu schaden, überzeugt waren,daß sie ihr nicht einmal schaden konnten. Eines Tages kamsie in großer Eile zu Lord Ehestersield, ihrem Freunde, undsagte: Denken Sie ums Himmels willen, Mylvrd,was die Schelmen da wieder gemacht haben. Dastehet in der Zeitung, ich wäre gestern mit Zwillin-gen niedergekommen. In was für einer Zei-tung? fragte der Lord. In der Morgenpost, war dieAntwort. O wenn es weiter nichts ist, versetzte Ehest er-st cld tröstend, von den Neuigkeiten dieses Lügen-blatts glaube ich immer nur die Hälfte. Schadefreilich, daß das, was die Zeitung der Dame aufgebürdet hatte,eine Last war, deren Hälfte die Schultern nicht um ein Haarweniger drückt, als die ganze.