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getragen, in Procession nach Oberglogau gebracht. Zwei andereJungfrauen, die den besondern Namen von Kränzcljungfern füh-ren, gehen dem Bilde zur Seite und halten es an Bändern,damit es nicht zu sehr hin und her wackelt. Diese letzter,! müs-sen ganz vorzüglich einen unbescholtenen Ruf und die reinstejungfräuliche Keuschheit besitzen, und man glaubt, daß die heil.Maria es nicht bloß wisse, wenn es in diesem Punkte unrichtigist, sondern, daß sie auch sehr unzufrieden darüber sei. DieMädchen drängen sich sehr zu diesem religiösen Marschalamte,und werden gemeiniglich, entweder noch in demselben Jahre,oder doch in dem folgenden durch eine Heirath dafür belohnt.Aber, setzt der philosophische Erzähler hinzu, sollte denn nicht ein-cinzigesmal einer von diesen Kränzeljungfern etwas Mensch-liches begegnet sein? Und wie äußerte in diesem Falle die hei-lige Maria ihre Unzufriedenheit? Eins und das Andere wärein der That ein wahres Mirakel. Wir kehren nun zur Bisilczurück:
„Man empfängt die ankommende mit Glockenschall undebenfalls Procession; bringt sie erst in die Pfarrkirche, dann zuden Minoritcn, wo sie die Nacht in der Lorettocapellebleibt, und — wie soll ich sagen? — bei der OberglogauischenMaria schläft. Den Morgen darauf wird fie wieder abgeholt,und nachdem sie in der Pfarrkirche Abschied genommen, feier-lich zum Thore hinausgebracht: dann eingepackt, vor Neustadtwieder ausgepackt, und von eben den sechs Jungfern, wiederumunter Glockenschall und einem zahlreichen Gefolge, das keines-weges bloß aus Pöbel (?) besteht, in die hiesige (Neustäd-tisch c) Pfarrkirche zurückgebracht, wo sie so lange verharrt, bisder 8te September sie von neuem zur Reise aufruft.
„Es ist, führt Hr. S. fort, dem Menschen, und insbeson-dere dem Schriftsteller natürlich, auch da, wo er wenig odergar keine Aussicht zu nutzen hat, gleichwohl ein Wort der Er-mahnung anzubringen. Kaum kann ich hoffen, daß (leider!)meine Schrift einem oder dem andern dieser Wallfahrer in dieHände falle» wird. Aber gesetzt einmal, was würde wohl einsolcher oder eine solche sagen, wenn die wirkliche Maria siealso und folgendermaßen anredete: „Lieben Leute, ihr meint es„gut mit mir, aber wo habt ihr euer» Verstand, indem ihr
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