»mit meinen Bildern solch eine kindische Spielerei treibt? Daß»ihr bei dem todten Bilde an mich denkt, mir eure Achtung»bezeigt, mich als Borbitterin anruft, das lasse ich mir gefallen-,»aber was darüber ist, das ist vom Übel! Oder was würdet»ihr wohl von euern Kindern denken, wenn sie nach euerm Tode»solche Gaukeleien mit eure» Bildern trieben? Würdet ihr nicht»wünschen, daß, wenn sie nicht mehr Kinder an Jahren sind, sie»Euch gesetztere und verständigere Proben ihrer Liebe ablegen»möchten? Ahmt meine Tugenden nach (sehr vortrefflich), insbe-»sondere meine Keuschheit, meine Sittsamkeit, meine Häuslich-»keit, meinen stillen Fleiß auf Erden; das ist das beste Opfer,»die reinste Verehrung, die ihr mir darbringen könnt, und die»meiner Verbitte (?) für euch den kräftigsten Nachdruck geben wird!«
Nach einigen Betrachtungen, die ich jedem, er sei Protestantoder Katholik, im Buche selbst nachzulesen und zu beherzigenbitte, fährt der Verfasser fort: »Es ist sonderbar, aber sehr be-greiflich, daß die Auswüchse des Katholicismus unter einer aufge-klärten, protestantischen Regierung gerade am besten gedeihen.(Es ist nämlich hier vom preuß. Oberschlesien die Rede).Eben weil die Regierung aufgeklärt ist, weil sie Gewissenszwangund Religionsbedrückung scheut, läßt sie Alles in 8tstu guo.Der aufgeklärte katholische Regent, der sich das ^us circa8acra anmaßt, greift stark und nachdrücklich die Mißbräuche seinerReligion an: aber ändert er dadurch die Gesinnungen? Stimmter die Köpfe, die Denkungsart um? In der Gegend von Neu-stadt will man wenigstens bemerkt haben, daß seit JosephsReformation der Aberglaube eher zu- als abgenommen; wenndie Wallfahrten im Lande verboten werden, so treibt man sienur um desto eifriger außer Landes, und so ist der letzte Betrugärger als der erste!» Der einzige Mann, der hier helfen könne,meint der Verfasser, sei der Pabst. Es könne sein, daß dereinsteinmal einer käme, der das für die Wallfahrten thäte, was Gan-ganelli für die Jesuiten gethan hat. jOb dieses sobald zuhoffen stehe, getraue ich mir nicht zn entscheiden, daß es aberzum Heil jener und selbst benachbarter protestantisch er Län-der zu wünschen wäre, füllt in die Augen. Wenn man denndoch bedenken wollte, daß bei unsern großen Fortschritten inNaturkmide, Philosophie und Geschichte das Erwachen der be-