Druckschrift 
6 (1845)
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

Dichter, der durch Harmonien einer andern Art unsterblich ge-worden ist, Popen. Als dieser nämlich, während er den Homerübersetzte, öfters den Eustathius') nachschlug, stieß er indiesem auf eine Stelle, worin gesagt wird, daß der Wind, wenner auf gespannte Saiten stieße, harmonische Töne erzeuge. DieseIdee wurde einem Herrn Oswald, einem schottischen Virtuosenauf dem Violoncello und sehr geschickten Componisten im schotti-schen Styl, mitgetheilt; dieser erzählte dem Hrn. Jon es Folgendeshierüber. Als er von Popens Entdeckung im Eustathiusgehört hatte, fing er sogleich an Versuche darüber anzustellen.Er nahm eine alte Laute, bezog sie, und sehte sie dem Windein allen nur «sinnlichen Lagen aus, aber ohne Erfolg, undschon war er im Begriff, das Ganze als eine Fabel aufzugeben,als ihn ein glücklicher Zufall wieder darauf zurückbrachte. EinHarfenspieler, der eine Harse in einem Boot auf der Themsebei sich hatte, bemerkte, daß bei einem Windstoß die Harfeplötzlich einige Töne in der Manier, die man nach eben diesemInstrument, Harpeggio nennt, hören ließ. Der Mannerstaunte über den Zufall, machte ebenfalls viel Versuche einegleiche Wirkung wieder zu erhalten, aber vergebens. Die schö-nen Töne waren dahin wie ein Traum. Indessen machtediese Erfahrung Hrn. Oswald wieder Muth mit seinen Ver-

") Eustathius, aus Constantinopel. Berühmter Eom-mentator des Homers. Starb 1184, nachdem er 1155 Erzbi-schof von Theffalonich geworden war.