Von der Anhaft. u. Zusammenhalt, cl. Körper. 3
erfordern, um durch die andere Schaale wiederins Gleichgewicht gebracht zu werden. Das wasman hier als neues Gegengewicht hinzu legenmufs, um das aufgehobene Gleichgewicht wie-der herzustellen, ist dem Gewichte des vonder Schwefelsäure angezogenen Wassersgleich. Hatte man salzsauren Kalk oder Aetz-kali angewendet, so wird man durch massigeErhitzung das angezogene Wasser wieder ver-flüchtigen können. Bei der Schwefelsäure hältdieses schwerer, weil ihre Anziehung zum Was-ser bei steigender Wärme wächst.
1) Die h y gr os c. op isch o Wirkung der Schwefel-säure gehört mit zu den stärksten der Art, und ist,wie dieses chemische Versuche erwiesen haben, schondurch wirklich cliemirche Anziehung erhöhet; so wieüberhaupt die hygroscopischen Wirkungen der ge-nannten und mehrerer ähnlicher Stoffe, den Ueber-gang zur chemischen Anziehung machen, und diesesdadurch bewähren, dafs der Erfolg jener AnziehungLösung ist; die überhaupt (auch in vielen Fällendes vorigen §.) die Brücke zwischen Adhäsionsstre*ben und chemischer Mischung bildet. Vergl. §. 32"N. 2. Das positive Streben der Schwefelsäure sich mitWasser zu verbinden, geht öfters so tveit, dafs esSubstanzen, die noch gar kein Wasser sondern nurSauer- und Wasserstoff in anderweitiger Verbindungenthalten, nöthigt, durch eigene Zerstörung Wasserzu erzeugen. Noch stärker wirkt hierin das salzsaureGas; vergl. Kästners Grundrifs d. Chemie. 1 . Bd.
S. 169 ff. §• 23.