Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
343
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Von dem Drucke flüssiger Körper.

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gebogene gläserne Röhre, werde mit Wasser ge-füllt, mit den Fingern an beiden Mündungenverschlossen und so mit dem kürzeren Schenkelin eine Schaale mit Wasser gebracht; entferntman jetzt die Finger, so wird das Wasser solange in den kürzeren Schenkel hinaufsteigenund aus dem längeren herausfliessen, als nochdie Mündung des ersteren Schenkels in das Was-ser der Schaale taucht. Man nennt eine solcheVorrichtung einen Fieber (Sypho), und stattdie Röhre durch Eingiessen zu füllen, kann manihn durch Saugen zum Fliessen bringen, näm-lich wenn man den kürzeren Schenkel der lee-ren (lufthaltigen) Röhre ins Wasser taucht, undnun an der Mündung des längeren Schenkels dieLuft der Röhre einsaugt. Der auf die Wasser-fläche der Schaale wirkende Luftdruck, wird dasWasser in die Röhre treiben, und da hier wiezuvor die Luft auf einerlei tropfbare Flüssigkeitungleich drückt, indem die grössere Flüssig-keitssäule des längeren Schenkels den bei ihrerMündung gegen sie gerichteten Luftdruck leich-ter aufhebt, als die kleinere Flüssigkeitssäule deskürzeren eingetauchten Schenkels (deren Höhenur von dem Wasserspiegel an zu rechnen ist);so wird die tropfbare Flüssigkeit nachdem längeren Schenkel, als nach derjenigenGegend hin fliessen, wo sie geringerenLuftdruck erleidet.