Von der Schwere. aoS
Mondes gegen das Meerwasser zu erklären; aber sowie Kepler überhaupt sicli bemühete seinen Nach-folgern zur ferneren Bearbeitung mehr die Materia-lien zn überliefern, als sie auch im ferneren Detailzu bearbeiten , so ward auch erst späterhin, da mandie Mathematik auf die Gesetze der Bewegung an-wandte, wozu Gallilei, Huygens, Hook u. a. selbstin der Methode der Ausführung den Weg ebneten,durch Neuton’s gründlichen Fleifs, die KEPLERScheErklärung jener Naturerscheinung bestimmter ausge-sprochen , und. durch Nachweisung ihrer Beziehungmit allgemein gegebenen Grundkräften (mit der all-gemeinen Schwere) richtiger entwickelt. Schondie Beobachtung, dafs der Gang der Ebbe undFluth dem Laufe des Mondes folgt, und dafs dieZeit seines Durchgangs durch den Meridian mit derZeit der Fluth übereinstimmt, jedoch so, dafs ihrhöchster Stand erst einige Zeit nachher erfolgt (wahr-scheinlich weil der Mond auch nach seinem Durch-gänge noch auf das Erdwasser einzuwirken fortfährt,und die dem Wasser ertheilte Bewegung noch eineZeit hindurch dauert, wenn auch die sie bewirkendeUrsache nicht mehr da ist), verbunden mit der Be-merkung, dafs zur Zeit des Neu- und Vollmonds, d. i.wenn die Sonne ihre anziehende Kraft gegen dieErde mit der des Mondes vereint, die Fluth vermehrtwird und in sogenannte Springfluth übergeht,nöthigen uns der KEPLEitisch-NEUTONschen Erklärungbeizupflichten, zugleich aber auch diese Erklärungenauf mehrere ähnliche Phänomene anzuwenden. Dennso gut wie das Erdwasser als von anderen Weltkör-pern angezogen gedacht werden kann, läfst sich eineähnliche Anziehung auch von der Luft, und wenn