200
I. Theil. I. Capitel,
in die Anteil fallend, und vorzüglich geschicktjene Verminderung oder Schwächung der Wir-kungen der Erdschwere, zur bestimmten Zeitund für den bestimmten Ort nachzuweisen.
1) Bei den §. ; 59. N. 13. angegebenen Längen desSecundenpendels unter verschiedenen Breiten, ist aufsärmntliche Verminderungen der Beschleunigung derSchwere so gut wie möglich Rücksicht genommen.
2) An den Küsten des Oceans (vorzüglich) be-merkt man eine periodische Ab- und Zunahme desWassers, die unter der Benennung Ebbe und Fluthbekannt ist. Binnen 24 Stunden wechselt sie ohnge-fähr 2 mal, und zwar unter einerlei Meridian soziemlich auf gleiche Weise. Jeden Tag tritt dieserWechsel an demselben Orte fast Stunden später alsden vorhergehenden Tag ein. Das ganze Meer wirddadurch in Bewegung gesetzt: das Wasser fliefst denKüsten zu wo die Fluth beginnt und wächst, undsirömt von denen abwärts, an welchen die Ebbe ein-tritt. Ist an einem Orte eines Meridians Fluth, soist in einer Entfernung von 90° zu beiden SeitenEbbe, und go° weiter oder unter dem entgegenge-setzten Meridian ebenfalls Fluth; waraus folgt dafsEbbe und Fluth mit ihren verschiedenen Abstufun-gen auf der ganzen Erde gleichzeitig zweimal in 24Stunden statt finden. In der Aequatornähe ist dieseVeränderung am stärksten , in höheren Breiten nimmtsie ab, bis sie sich endlich ganz verliert. An denOstseeküsten bemerkt man keinen Wechsel der Art,wohl aber im mittelländischen Meere. -— Kepler(in seiner Harmonie der Welten) versuchte es zu-erst , diese Erscheinung durch die Anziehung des