146 Einleitung. IV. Abschnitt.
Gesammteindruck (solcher in einem gewissen Zeitraumstatlfindenden Schwingungen) auf unsere GehörorganeKlang; und bestimmen wir bei einem Klange denUnterschied, der durch die grössere oder geringereSchnelligkeit der Schwingungen gegeben ist, so nen-nen wir ihn Ton. (Vergl. §. 3. N. 1.) Jedoch istdie Verschiedenheit der Klänge und Töne, nicht blofsin der langsameren oder schnelleren, auch nicht blofsin der stärkeren oder schwächeren Schwingung, son-dern zugleich in der Art wie die Schwingungsbewe-gung entwickelt und fortgesetzt wird (welches vonder verschiedenen Beschaffenheit der Körper selbstabhängt) zu suchen. Töne von zwei verschiedenenInstrumenten werden vom Ohre unterschieden, ohn-erachtet beide gleiche Schwingungsanzahlen in glei-chen Zeiten (gleiche Höhe oder Tiefe) und gleicheStärke haben können.
6 In einem frei beweglichen aber ruhenden Mediumpflanzt sich der starke oder schwache Schall vomschallenden Körper nach allen Seiten geradlinigt(Schallstraien) mit gleichmässiger Geschwindig-keit fort, wenn sich ihm sonst kein Hindernifs ent-gegenstellt. Ist man daher im Stande, die Entstehungdes Schalls von weitem zu bemerken, so läl'st sichaus der Zwischenzeit, zwischen dem Augenblicke derEntstehung eines Schalles und demjenigen wo ergehört wird, auf die Entfernung beider Orte (jedochverschiedener Hindernisse wegen nicht ganz ge-nau) scliliessen.
7) Treffen die Schwingungen eines frei beweglichen> Mediums auf einen gehörig dichten Körper, so wirddieser nicht blofs in ähnliche Schwingung gesetzt,