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Einleitung, II. Abschnitt.
Kunst und Naturweisheit im innigsten Bunde, jetztsind beide getrennt , und die Naturforscher verkehrteKünstler: das Einzelne irn fernsten Detaille verfol-
gend, um späterhin zum Ganzen zu gelangen. Dieneueste Zeit endlich versucht es, auf der ihr eigen-thümlichen Weise, die Wiedergeburt der alten Ver-gangenheit in dieser Hinsicht wieder zu erwecken;und die Mächtigen und Grossen der Erde verschmä-hen es nicht, ihren Willen und ihre Kraft dieser schö-nen Zukunft zum Opfer zu bringen.
3) Die Geschichte der eigentlichen Physik zer-fällt ohngefähr in folgende Hauptmomente: Thales
von Milet, eingeweiht in die Mysterien der Aegyp-tier, brachte nach Griechenland jene tieferenKenntnisse der Natur, von denen unter andern seinephilosophische Ansicht der Gesammtverliältnisse allerNaturerscheinungen zeugt; der zu Folge er die kör-perliche Einheit der Dinge durch das Wasser reprä-sentirt, und alle Verschiedenheit in der Natur als auseinem Einfachen entwickelt darstellt. Indessen warenGriechenlands Forscher jener Zeit nicht geeignet, jeneUeberliefcrungen in ihrer Reinheit zu erhalten; ihreeigenen subjectiven Vorstellungen jenen Forschungs-resultaten einbildend, wurden diese getrübt und baldunkenntlich. Schon die Schüler und Nachfolger desThales (der ohngefähr im J. d. W. 3402 lebte) un-ter andern Araximenes, dichteten die Natur nach ih-rer Weise. Die Erde hielt A. für eine platte Scheibe,und das Gewölbe des Himmels für eine undurchdring-liche Feste. Während bei andern Völkern die Kennt-nifs der Umlaufszeit der Weltkörper, die der Perio-den etc, als längst bekannt erschienen, müheten sichdie Griechen Jahrhunderte hindurch vergeblich ab,