Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

Allgem. Angabe d. Gegenstandes d. Physik etc. 35

nach dem in der Mathematik vorgehaltenen Ideale,das Höchste ist, was der Systematiker hier vermag;eben so wenig ist auch eine räsonnirende (pragmati-sche) Geschichte, weder der Chemie noch der Phy-sik, noch überhaupt der Naturwissenschaft als Erfah-rungswissenschaft möglich. Während in der Mathema-tik die Erfindungen, der Geschichte gernäfs, ausein-ander entwickelt werden können, und sich um zweiHauptmomente, um die (ältere) Geschichte der ge-raden, und um die (neuere) der krummen Li-nie bewegen; während dessen erblickt man, die Ge-schichte der Naturkunde verfolgend, sehr häufig zu-fällige , zu ihrer Zeit sonst beziehungslose und des-halb ofL viele Jahre hindurch übersehene Entdeckun-gen, neben einigen wenigen, auf wissenschaftlichemWege gewonnenen. Aus den heterogensten Quellen,in den vielartigsten Pachtungen, werden die Entde-ckungen der früheren Zeit dem achtzehnten Jahrhun-derte dargeboten , und erst hier beginnt durch allge-meines Einverständnifs ein wissenschaftlicherer Pfadsich zu öffnen.

2) Nichts destoweniger finden wir indefs Spureneiner sehr alten Naturweisheit, welche jene Meinungin Schutz zu nehmen scheinen: dafs zur Zeit, als derMensch aufhörte, ganz mit der Natur im Einklängeihr vollkommen hingegeben, und sich ihrer als Or-gan eines höhern Ganzen bewufst zu leben, zur Zeitbeginnender Reflexion , gleichsam als Erinnerung nochNaturkenntnisse (späterhin in den Mysterien , beson-ders der Aegyptier auf'bewahrt) vorhanden waren, dieeine Zeit hindurch vergruben von der späteren Nach-welt, mehr oder weniger durch Bedürfnifs und Zu-fall unterstützt, wieder hervorgesucht wurden. So

( 3 *)