Allgem, Verliältnifs' des forschenden Menschen. 7
erscheint und wie sie gedacht werden mufs, entwi-ckelt. Diese philosophische Bearbeitung der Naturkennt-nisse überhaupt, macht indefs keineswegs das Geschäftdes Sammelns und Vergleichens , oder den in der phy-sischen und geistigen Natur des Menschen und seinesVerhältnisses zur Erde begründeten und vorgezeichne*’ten Weg, bisheriger Naturforschung entbehrlich, son-dern die Naturphilosophie würde vielmehr, ohne jeneBemühungsweise in’s Auge zu fassen , eine bedeutungs-lose Skitze geliefert haben. Die wahre und volle Be-deutung, das wahrhafte Einverständnifs mit der Na-tur, so weit es dem denkenden Erdbewohner möglichist, kann ihm aber nur durch Vereinigung beiderWege werden; eine Methode des Naturstudiums, zuder sich unsere Zeit unter mancherlei Formen, aufmancherlei Weise kräftig rüstet; die aber erst zurDarstellung gelange'n kann, wenn der Philosoph nichtmehr sein System, sondern die Natur selbst zu er-weisen sich beeifert, und der Beobachter und Experi-mentator zu der Ueberzeugung gelangt, dafs man vonder Idee ( von dem absoluten Begriffe) seiner selbstund somit der Natur ausgehen müsse, um für denWechsel der Erscheinung den richtigen Gesichtspunktzu gewinnen, und die gegenseitige Bedeutung derDinge in der Wahrheit aufzufassen.
3) Jedes philosophische System geht von einem un-bedingt Wahren, von einem höchsten Princip aus,und jeder Stifter derselben versucht es, die gesammtenWahrheiten von Gott, Natur und Intclligenzweit, auseinem unbedingt wahren Erkenntnifsgrunde abzulei-ten. Pi.ato (ohne aus seiner Idee ein in sich geschlos-senes System darzustellen) setzte eine Erste Idee, Ideeder Ideen, als Urquelle des Denkens und Seyns, der