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Th. 2 (1843)
Entstehung
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Sieben und fünfzigstes Capitel.

einem Verwände, den Hofmarschall weggeschickt, und darauf er-klärt, daß sie vorhabe die Fasten bis auf 6 Tage auszudehnen;sie ließ im Verhältniß dazu Speisen herein bringen und dann dieThüren schließen. Ihre Gemächer lagen am Garten, in welchemein bedeckter Laubgang war, der eine weite Strecke vom Schlossehin führte. In der folgenden Nacht ging die Königin in denGarten, schlich durch den Laubgang bis an das Ufer der kleinenBucht, die gerade davor lag, ruderte in einem Boote darüber,stieg im Parke zu Pferde und eilte dann in Gesellschaft einigervertrauten Herren nach der Scheren-Küste hin. Auf dem Wegedahin, gab sie sich für eine Bürgerstochter aus Nyköping aus;ein in der Gesellschaft befindlicher dänischer Mahler stellte ihrenBräutigam vor; die Eltern, hieß es, hätten ihre Verbindung zuverhindern gesucht; daher die heimliche Flucht, daher die Thränen,welche die leicht gerührte Königin nicht zurück zu halten vermochte.In den Scheren, vor Trosa, stieg sie in ein kleines gemiethetesFahrzeug, welches sie nach Gvthland brachte. Hier warteten ihrerzwei dänische Kriegsschiffe, welche sie, nachdem sie von Gegen-wind und heftiger Seekrankheit geplagt worden, auf der InselFalster an's Land setzten.

Unterdessen kam der Hofmarschall nach Gripsholm zurück,und fragte nach der verwittweten Königin. „Gott weiß," er-wiederte der Hofprediger, „wie sie sich befindet! Wen» ich währendder frühern Fasten das Morgen- und Abendgebet außen vor derThüre hielt, hörte ich immer wie ihre Stimme das Absingen desPsalmes begleitete. Aber diesmal habe ich nicht den geringstenLaut vernehmen können!" — Des Hofmarschalls Frau hatteaußerdem bemerkt, „daß sie nicht wie früher, den Schritt derverwittweten Königin vernommen habe." Man ward unruhig undklopfte an; aber keine Antwort erfolgte. Da ließ der Hofmarschallaugenblicklich die Thür sprengen, und fand das Gemach leer.

Die Sache ward sogleich berichtet, und erweckte allgemeinenUnwillen, aber doch am meisten beim Rathe, und namentlich beiArel Orenstjerna. De la Gardie wollte der entwichenen KöniginWittwe ihren Unterhalt verabfolgen lassen, und ihr zugleich ge-statten, zu wohnen, wo es ihr behage. Aber Arel Orenstjernabehauptete, daß sie durch ihr unbedachtsames Entlaufen „sich selbst,ihrer Tochter Regierung, das ganze schwedische Reich und ihres