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Th. 2 (1843)
Entstehung
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Sieben und fünfzigstes Capitel.

während dieser Zeit, daß Christina den Grund zu ihren später M

so allgemein bewunderten und ungewöhnlichen Kenntnissen legte.

Der Rath aber ward indessen immer »»zufriedner mit dieser Er-ziehungsart. Er fürchtete, nicht ohne Veranlassung, daß die M

wunderliche Gemüthsart und Aufführung der Mutter auf ihreTochter einwirken möchte; besonders bedenklich schien es auch,

Schwedens künftige Negentin in den Händen einer Mutter zulassen, welche sie beständig Verachtung und Unwillen gegen eben ^

dies Land lehrte. Gleichwohl konnten sie sich nicht zu dem ^

schweren Schritt entschließen, die Beiden zu trennen. Aber 1636 ^

kam endlich Arel Orenstjerna zurück, und legte ernstlich Hand an ...

die Sache. Christina ward ihrer Mutter genommen, und der ^

Pfalzgrästn Katharina übergeben. Maria Eleonora war außersich. „Noch lieber," rief sie aus, „will ich von Wasser und ^

Brod in einem fremden Lande leben, als in Schweden an der ^

königlichen Tafel sitzen!" ^

Zu diesem Saamen beständiger Zwietracht kam auch noch ^

ihre verkehrte Haushaltung, in welcher sich weder Maaß noch ^

Berechnung vorfand. Große Summen wurden zu ihren Bauten i"

und ihrer Hofhaltung verschleudert. Sobald sie auf ihren Reisen "

irgend eine besonders schöne Gegend entdeckte, beschloß sie dieselbedurch Gebäude und ein Schloß zu schmücken, und ein zu diesem ^

Endzwecke mitgenommener Künstler mußte gleich den 'Riß dazu ln

entwerfen, und auf der Stelle begannen dann auch die vorberci- m

tenden Arbeiten, obgleich kein einzigesmal ein solches Unternehmen z>

vollendet ward! — Ihr Hof war sowohl zahlreich wie kostbar, s

sogar auch Zwerge und Narren in sich fassend, und dies zu nicht z

geringem Verdrusse für die, an solche Hofgesellschaft nicht gewöhnten t

Schweden. Mit grenzenloser Freigebigkeit theilte sie kostbare Ge- g

schenke aus, und gab ihre aller nothwendigsten Einkünfte weg. ,

Diese Freigebigkeit ward von den feilen Schmeichlern benutzt, welche ^

bald ausschließend ihr Vertrauen gewannen. Obgleich ihr Leib- ^

gedinge sehr reichlich war, so geriethcn ihre Finanzen doch binnen ^

Kurzem in einen so vollkommnen Verfall, daß der Rath mehrere . ^

Schulden für sie bezahlen und ihre Angelegenheiten ordnen mußte; ^

Arel Orenstjerna übernahm das letztere Geschäft, und reiste insolcher Absicht nach Gripsholm. Anfangs weigerte sich die Königin, ^

ihm ihre Rechnungen vorzulegen, bis es Orenstjerna gelang, sie ,