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Sieben und fünfzigstes Capitel.
während dieser Zeit, daß Christina den Grund zu ihren später M
so allgemein bewunderten und ungewöhnlichen Kenntnissen legte.
Der Rath aber ward indessen immer »»zufriedner mit dieser Er-ziehungsart. Er fürchtete, nicht ohne Veranlassung, daß die M
wunderliche Gemüthsart und Aufführung der Mutter auf ihreTochter einwirken möchte; besonders bedenklich schien es auch,
Schwedens künftige Negentin in den Händen einer Mutter zulassen, welche sie beständig Verachtung und Unwillen gegen eben ^
dies Land lehrte. Gleichwohl konnten sie sich nicht zu dem ^
schweren Schritt entschließen, die Beiden zu trennen. Aber 1636 ^
kam endlich Arel Orenstjerna zurück, und legte ernstlich Hand an ...
die Sache. Christina ward ihrer Mutter genommen, und der ^
Pfalzgrästn Katharina übergeben. Maria Eleonora war außersich. „Noch lieber," rief sie aus, „will ich von Wasser und ^
Brod in einem fremden Lande leben, als in Schweden an der ^
königlichen Tafel sitzen!" ^
Zu diesem Saamen beständiger Zwietracht kam auch noch ^
ihre verkehrte Haushaltung, in welcher sich weder Maaß noch ^
Berechnung vorfand. Große Summen wurden zu ihren Bauten i"
und ihrer Hofhaltung verschleudert. Sobald sie auf ihren Reisen "
irgend eine besonders schöne Gegend entdeckte, beschloß sie dieselbedurch Gebäude und ein Schloß zu schmücken, und ein zu diesem ^
Endzwecke mitgenommener Künstler mußte gleich den 'Riß dazu ln
entwerfen, und auf der Stelle begannen dann auch die vorberci- m
tenden Arbeiten, obgleich kein einzigesmal ein solches Unternehmen z>
vollendet ward! — Ihr Hof war sowohl zahlreich wie kostbar, s
sogar auch Zwerge und Narren in sich fassend, und dies zu nicht z
geringem Verdrusse für die, an solche Hofgesellschaft nicht gewöhnten t
Schweden. Mit grenzenloser Freigebigkeit theilte sie kostbare Ge- g
schenke aus, und gab ihre aller nothwendigsten Einkünfte weg. ,
Diese Freigebigkeit ward von den feilen Schmeichlern benutzt, welche ^
bald ausschließend ihr Vertrauen gewannen. Obgleich ihr Leib- ^
gedinge sehr reichlich war, so geriethcn ihre Finanzen doch binnen ^
Kurzem in einen so vollkommnen Verfall, daß der Rath mehrere . ^
Schulden für sie bezahlen und ihre Angelegenheiten ordnen mußte; ^
Arel Orenstjerna übernahm das letztere Geschäft, und reiste insolcher Absicht nach Gripsholm. Anfangs weigerte sich die Königin, ^
ihm ihre Rechnungen vorzulegen, bis es Orenstjerna gelang, sie ,