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Bier und fünfzigstes Capitel.
Vier und fünfzigstes Capitel.
Die Folgen der Schlacht.
Wallenstein war durch diese Verluste so geschwächt, daß erganz und gar die Hoffnung aufgab, sich in dem feindliche» Sachsenerhalten zu können, und dies unerachtet des noch größer» Ver-lustes , den die Schweden durch ihres Königs Tod zu gleicher Zeiterlitten hatten. Er zog nach Böhmen, nach Einiger Bericht nur10,000 Mann mit sich führend, die einzigen Ueberbleibsel seinerfrühern zahlreichen Truppen. Alle, welche sich durch Tapferkeitausgezeichnet, wurden reichlich belohnt, und Piceolomini alleinerhielt ein Geschenk von 10,000 Neichsthaler, Pappenheim einprächtiges Denkmal, seine Wittwe ein bedeutendes Jahrgehalt.Auf der andern Seite ward aber auch eine strenge Untersuchungmit denjenigen angestellt, welche ihre Schuldigkeit nicht gethanhatten, und mehrere derselben wurden, obgleich sowohl durch ihreGeburt wie durch ihre Stelle hochstehend, unerachtet aller Für-bitten, hingerichtet.
Durch diesen Rückzug ließ Wallenstein das ganze übrigeDeutschland in der Gewalt der Schweden, und gestand dadurchzugleich seine Niederlage ein. Dennoch ward die Schlacht beiLützeu in allen katholischen Ländern wie ein gewonnener Siegbetrachtet: so groß war das Gewicht, welches man auf GustafAdolfs Person legte. In Wien, Brüssel und Madrid ward ein
Oeuin gesungen, und in letztgenannter Stadt zwölf Tagelanghinter einander ein glänzendes Schauspiel aufgeführt, dessen Ver-anlassung und Inhalt Gustaf Adolfs Tod war. Ferdinand be-nahm sich mit mehr Besonnenheit. Er äußerte keine laute Freude;ja man sagt sogar, daß er Thränen beim Anblick von des Königsblutbeflecktem Koller vergossen habe.
Tiefer war der Schmerz, bittrer die Thränen, welche dasganze protestantische Europa bei des großen Königs Tode vergoß.Schweden stand erstarrt und verstummt. Der Rath wußte nichtwas er rathen, die Befehlshaber nicht was sie befehlen sollten,und Arel Orenstjerna hatte seine erste schlaflose Nacht. Vielekonnten die zerschmetternde Nachricht nicht ertragen, und der alteMagnuS Brahe und Jakob Spens starben vor Schmerz. Ebensound beinah noch lauter äußerten sich Deutschlands Klagen. Vielehundert Schriften erschienen im Druck, in Versen und in Prosa,