Druckschrift 
Th. 2 (1843)
Entstehung
Seite
23
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Die Eroberung von Greifenhagen und Gartz. 23

passend wäre: „DerPabst," sagten sie, „ist der Fürst, und derSatan ist sein General."

Achtes Capitel.

"Die Eroberung von Greisenhagen und Gartz.

Nach Torguato Conti ward zum Befehlshaber über die kaiser-lichen Truppen Hannibal von Schaumburg ernannt, ein tapfrerund ehrenhafter, aber geistig nicht besonders begabter Mann, dersich aber doch durch Muth und Brauchbarkeit bis zur Würde einesFeldniarschalls empor gearbeitet hatte. Er fand das Heer in einembetrübenden Zustande, den Nest desselben ganz und gar aufgelöst,und an die schauderhaftesten Gewaltthätigkeiten gewöhnt. Soldatenund Officiere rotteten sich zu wirklichen Räuberbanden zusammen.D« Brandenburg als ein befreundetes Land angesehen werdensollte, wagten sie in dessen Grenzen nicht offen ihre Frevel aus-zuüben. Verkleidet zogen sie daher im Dunkel der Nacht aus,und plünderten Reisende, Herren- und Pfarrhöfe, wie auch ver-mögendere Bauern, ohne Schonung mordend, schändend undsengend. Eigentlich hatte der Kaiser selbst Veranlassung zu diesenGewaltsamkeiten gegeben. Seit Wallensteins Zeit war er nehmlichgewöhnt, nichts für den Unterhalt seiner Kriegesheere zu bezahlen.Dies ließ sich einigermaßen thu», so lange die siegenden Truppenbeständig durch reiche, noch unausgeplünderte Länder vordrangenund auf deren Kosten leben konnten. Jetzt trat das Gegentheilein. Sie wurden zurück in schon vorher verheerte Gegenden ge-trieben, wo balv wirkliche Noth den wilden Soldaten zu demAeußersten trieb. Schaumburg war ein durch und durch redlicherMann. Er erkannte niir dem tiefsten Schmerze den Zustand seinesneuen KriegshecreS. Er schrieb unverzüglich an Tilly und ver-langte Unterstützung, sowohl an Mannschaft wie an Vorräthcn,indem er versicherte, „ daß er sich sonst mit 4000 Reitern und4000 Fußsoldaten, dem ganzen übrig gebliebenen Neste, unmöglichUnger vertheidigen könnte." Zu dem Kriegsrath in Wien spracher ernster, und verlangte ordentlichen Unterhalt für die Soldaten,>,wo nicht, so ersuche er um Erlaubniß, sich vom Heere wegzu-'oegebcn. Sein deutsches Herz könne eö nicht länger ertragen,de Abscheulichkeiten anzusehen, welche gegen das gemeinschaftlicheVtterland ausgeübt würden." —-