37
Wunder zu thun versucht; waren doch alle bereit, mitdem Eintritte in die evangelische Kirche der in diesergeltenden Ordnung sich zu fügen. Das aber istgegründet, daß die Mitglieder der neuen Gemeindezu denen gehören, welche die Religion vorzugsweisedurch das Gefühl ausfassen, und immerhin magman ihre Denkart und Weise, wenn man sienun einmal mit einem besondern Namen bezeichnenwill, Pietismus nennen. Zwischen dem Pietismusaber und der Schwärmcrey findet ein großer Un-terschied Statt; denn man kann die Religion mitder ganzen Innigkeit eines frommen Gefühles ergrei-fen, und auf alle Speculation Verzicht leisten, ohnesich doch für inspirirt zu halten und Wunder thunzu wollen. Auch Spener und Franke waren Pietisten;und doch hat sie Niemand den Schwärmern undPhantasten beygezählt^- Unbegründet ist daher derVorwurfder Schwärmerei). Eben so der des Sepa-ratismus. So lange als die von der katholischenKircheAusgeschiedenen der protestantischen Kirche sich noch nichtangeschlossen hatten, waren sie allerdings Separatisten;und ob sie nicht, wenn sie eö geblieben wären, inSchwärmcrey hätten verfallen können, will ich reichtentscheiden. Allein, eben weil sie keine Schwärmerwaren, wollten sie auch keine Sectirer seyn; darumvereinigten sie sich mit der evangelischen Kirche; undnun, da sie mit ihr vereinigt sind, haben sie ausge-hört Separatisten zu seyn, und werden, weil sie einerdurch die Wissenschaft erleuchteten und nach bestimm-ten Gesetzen regiereten Kirche angehören, keine Schwär-mer werden.
Gerade der Umstand aber, daß ihr Entschluß,