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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Nickis läßt er sich betrüben.

Zwar bitter ist der herbe Trank,

Doch süß der Wein der Liebe.

Am Geistesarmen hastet nichts mit Weile;

Das Böse, Las ihm widerfahren kann.

Bemerkt er an sich selbsien nicht:

Nur fremden Kummer überall zu stillen,

Zerschlag'ne Herzen aufzurichten.

Ist seines Herzens Freud' und Wunsch.

Verachte ihn, so tief du immer kannst.

Nimm Vortheil ihm und eigenen Gewinn,

Er will geachtet nimmer seyn.

Vorn Eigennutz ist fern sein Herz.

Wohl wäre Sterben seine Lust,

Mit eignem Willen aber will er's nicht.

D-ensifertig ist er gegen Jedermann;

Uno ehrst du ihn, er kennt der Ehre Nichtigkeit,Sein eigen Ich ist ihm so sehr entschwunden.

Daß alles Gute, was ihm etwa widerfährt.

Nicht als Verdienst, als bloßen Zufall er betrachtet.

Er weiß von einem Schuldner seynWohl auf der weiten Erde nichts;

Doch Gott zu danken für den Freund, den Er ihm schickte.Weiß wohl sein Herz, versteht sein frommer Sinn.Jedoch als Menschenknecht für LeibesnothLäßt nie sein edler Sinn ihn dienen;

Drum ist die kleinste Wohlthat, ihm erwiesen.

Schon groß genug, um Weckers zu verbitten.

Verlangst du Liebesdienst von ihm.

Dann werde nur sein Dränger,

So dient er unverdrossen dir.

Rechthaberei und Zank und Streit

Sind ganz entfernt vom wahren Menschenfreund;

Er kennt der irdischen Dinge Nichtigkeit,

Stellt nie mit Andern in Vergleichung sich.

Drum tritt er leichtlich Jedem aus dem Weg.

Und weil sein Herz von Liebe Gottes brennt.