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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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von Ihm erhalten. Ein Geisteslehrcr sagt '1: „GottesHand ist niemals leer an Gaben, wo die Arche des Her-zens voll ist des guten Willens."

§» 53 »

Ein vollkommener Wille wirket mehr mit einem gu-ten Werke, als ein unvollkommener mit vielen, jenerwirket in einem Augenblicke mehr und kräftiger, als die-ser in langer Zeit, jener wirket in Ruhe, dieser mit vie-ler Mühe und Arbeit; warum das? Darum, weil Gottunsere Werke nicht ansieht und bemerket nach ihrer Zahlund Größe, sondern jedes nach seiner Reinheit und Voll-kommenheit; das reine und vollkommene nun ist Ihmweit lieber, als tausend unvollkommene. Da aber der voll-kommene Wille allein auch vollkommene Werke hervor-bringt, so sind diese denn, ja ein einziges derselben, ede-ler und besser, als alle Werke eines ungereinigten Wil-lens. Auch schon darum ist sein eines Werk besser, alsviele der anderen, weil ein vollkommener Wille in einemguten Werke alle begreifet und umfasset und nicht alleinseine, die er wirket, sondern auch alle und jede andererMenschen, mllcr Engel und aller Heiligen Gottes; er thutnämlich in einem Werke alles, was er nur immer ver-mag, und könnte er zumal alle Werke auf einmal wir-ken, er thäte es so gerne, ja, vermöchte er wie Gottzu wirken, er unterließe nichts. Darum ziehet er aus al-len guten Werken seinen wesentlichen Lohn, denn er liebtsie alle; wo denn die Liebe ist, da ist Verdienst undLohn; dem vollkommenen Willen antwortet das Werk,und zwar so, als Hütte er es gewirket in seiner Voll-kommenheit, und was an irgend einem guten Werke mangel-haft ist, das muß der entgelten, der es gewirket hat, demLiebhaber der Vollkommenheit aber kann ein ihm frem-des Gebrechen nicht schaden. Alle Werke und die voll-kommensten Handlungen Christi, die Er je gewirket hat,

) Der heilige Grcgorüis.