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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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inen." Wohl sprechen Viele: das ist mein einziger Wunsch,daß Gottes Ehre an mir und an allen vollbracht werde!Die Aeußerung und diese Sprache wäre wohl ganz recht,wäre sie nur auch allemal wahr gesprochen; es ist hierdie Rede davon, o Mensch, daß der Wunsch im Achgemeinen nur das Wenigste des Ganzen sey, du solltestvielmehr bedenken, ob du auch wirklich allemal und im-mer nicht nur Gottes Verherrlichung und Seine Ehrewünschest, sondern auch ihretwegen und zwar wegen ihrallein wirkest und handelst? Das kann nur der Vollkom-mene allein in Wahrheit sagen, der da stehet in wesent-licher Wahrheit, unbeweglich in jedem Zufalle, es seyLieb oder Leid, oder was immer, dem nichts, durchausnichts seinen inneren' Frieden und seine Herzensruhe stö-ren kann.

Sechstens, wenn nun der Vollkommene, stehendin wesentlicher Wahrheit, fähig, immer tiefer einzudrin-gen in den verborgenen und unbekannten Willen Gottes,wirklich dahin gelangt ist, dann verlieret er seinen natür-lichen Willen ganz in dem göttlichen, so daß er nunselbst keinen Willen mehr habe weder zum Bösen, nochzum Guten, sondern rein nichts wolle. Dieser reineWille weiß nichts von irgend einem Warum, er kennetund erkennet nichts als einzig und allein den Willen Got-tes und Gott allein läßt er wollen; und eben darin be-stehet die höchste Vereinigung des menschlichen Willensmit Gottes Willen. Dieses alles wird ihm aus der Kraftdes Leidens Christi, wohin er sich erschwungen hat, dortist er gewaschen und gerciniget worden von allem, wasGott nicht ist, dort ist er in die innigste Verbindung mitGott gekommen, mit jenem Gott, der da verborgen istin dem Leiden unseres Herrn. So hat er die höchste Stufeder Vollkommenheit errungen; jetzt erst kann und darfer Gott um alles bitten; was er Ihn bitten wird, wirdihm gewähret werden, und das darum, weil auch er Gottalles gegeben, alles geleistet hat, was Er von ihm for-derte. Soll dir Gott nichts versagen, versage auch Ihmnichts, was Er von dir verlanget, dann wirst du alles