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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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ertödtet wird alles Fremdartige in ihm, daß er kommetin die reine Einheit, in die eine Einfalt, die ihn dannfähig machet, sich empor schwingen zu können in die Höhedes Herrn, zu schauen die göttlichen Wunder, und ge-kommen durch alle, wird er eingeführet in das höchste,unaussprechlichste Wunder, das Gott Selbst ist; nun ent-schwinden ihm alle vorhergehenden, denn er stehet aneinem unendlichen, ewig unerforschlichen Wunder, seinbisheriges Staunen geht in ein anbetendes Schweigenüber. Ihm giebt er sich ganz, überläßt Ihm alles, wasEr thut, ist ihm alles aufs Beste gethan. So ist nunder Wille auf das Höchste und im Höchsten veredelt, erist ganz Güte geworden durch die unermeßliche GüteGottes, er kann nun nicht anders, denn gütig seyn.Und das alles erwirbt sich der Wille in dem LeidenChristi; darin wird alles Bittere süß und alles Süßein den Kreaturen bitter. Nur was Gott gefüllt, istauch sein Gefallen, was Er will, ist auch sein Wille,er kann ferner und will auch nicht, etwas andereswollen, als was Gott will und Ihm wohlgefällig ist.

S. 52.

Dieses Ueberlassen des menschlichen Willens an Got-tes Willen, dieser Sieg des göttlichen über den mensch-lichen Willen erprobet sich an sechs Kennzeichen. Daserste ist: wenn der Mensch nicht nur die Sünde, son-dern auch jede Gelegenheit und Veranlassung dazu mög-lichst fliehec, jeder sündlichen Neigung standhaft wi-; Verstehet und alles, was gegen Gottes Willen ist, durch-aus verabscheuet. Das vermag aber der sich selbst nochüberlassene Eigenwille des Menschen keineswegs, nur sün-digen, und vielfach und wiederholt sündigen, ist des ein-gehändigten Eigenwillens Lust und Art.

Zweitens, wenn der Mensch zu allen Pflicht- undTugendübungen, die Gott in seinem Berufe und Standvon ihm fordert, sich bereitwillig findet; denn auch dazuist der Mensch aus eigener Kraft unvermögend,^ wie es