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die Ehrwürdige, so engherzig darstellest; wohl achtet derinnige Mensch, lebend in Gott, die Kirche und ihre Anord-nungen höher und beobachtet sie auch reiner und höher, alses keine sogenannte äußere Andächtler je zu thun vermögen.Blinder! wie willst du den dir ganz unbekannten innernMenschen richten und beurtheilen? ist es nicht eine vermes-sene Thorheit, wenn ein Blinder den Sehenden will wei-sen? Der innige Mensch bedarf deiner Weisung nicht, wodu jetzt noch stehest, ist er längst gestanden, wo er aberstehet, dessen hast du zur Zeit noch keine Ahnung; er hatdie rechte Weise und in die deinige kann er sich nicht ein-lassen. Ihm ist das wahre Licht geworden, nicht das Lichteines Menschen; das Leiden, die Werke und der Tvo un-seres Herrn sind dieses Licht, das nicht irren und keinemfalschen Lichte,. keinem Irrwische nachlaufen läßt. DasLeiden dcS Herrn tilget alle Falschheit, alles Fremde inder Vernunft und erleuchtet sie mit aller Wahrheit, unddie ernstliche, stäte Betrachtung der Werke und des Lei-dens des Gottmenschen giebt ihr ihren ersten ursprünglichenAdel wieder.
§. 49 .
Und nicht nur die Vernunft wird vollendet, auch derWille wird auf seine ächte ursprüngliche Richtung zurückge-führet. Der Mensch außer und ohne Christus ist wahr-haftig in der Irre, blind neiget sich sein Wille und seineLiebe zum Scheingut hin, das wahre hingegen lasset er unvverachtet es, was denn ganz natürlich und folgerecht ist;denn blind in sich selbst ist alles Zeitliche und Vergängliche,wer sich nun einzig und immer damit abgiebt, der muß undwird endlich wohl selbst erblinden, indem er das wahreGut nie erschauet, nie suchet uns liebet, das da einzig ver-borgen ist in dem Leiden unseres Herrn. Von diesem Jrr-wahne nun und dieser Verblendung kann und wird derMensch nimmermehr zurückkommen, es sey denn, daß sichsein ernstlicher Wille hinwende auf den leidenden Christus;thut er das, dann wird ihm Er Selbst und mit Ihm al-les wahre Gut entgegenkommen, ihn mit einer solchen