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Fülle Seiner Gnaden und Gaben überschütten, die wohlalles weit, ja unendlich übertreffen, was ihm je die Krea-turen zu seiner Täuschung gespendet haben. Hat nun derWille den hohen einzigen Werth dieses göttlichen Geschenkesbegriffen und erkannt, dann muß er, er kann nicht anderswollen, den Kreaturen sämmtlich und allem, was sie ge-ben, entsagen und Christo allein anhangen und Ihn umSeine Gaben anflehen. Jener im Evangelium ') bezeich-nete, im Acker vergrabene Schatz, wegen welchem, der ihnfindet und sorgfältig verbirgt, alles mit Eile verkauft,was er hat, und dafür den Acker erkaufet, ist die hochhei-lige und köstliche Frucht des Leidens unseres Herrn.Wende dich mit ganzem Willen und mit voller Sehnsucht,o Mensch Gottes, zu diesem unerschöpflichen Schatz, sucheunaufhörlich in ihm, dir werden sich immer unaussprech-liche und neue Schätze eröffnen, aus jeder Wunde desHerrn strömen besondere und eigene Duellen der Gnaden.Dieser Gnadenflüsse sind (nach Bonaventura) sechstausendsechshundert sechs und sechzig, die immerhin im reichstenMaaße strömen. Kommt der Mensch auf diesen Ackerund findet diese überströmende, lebendige Brunnen, dannöffnet er seinen Mund, trinket und übertrinket sich undwird trunken und zerfließet in Lust und Wonne; vor über-mäßiger Freude hat er nun keine Ruhe, keine bleibendeStätte, er läuft hinweg, verkaufet alles, was er hat, ent-saget allem, was Gott nicht ist, kaufet sich den Acker,auf dem so süße, köstliche Wasser quellen; er suchet dieUrquelle auf, aus der sie alle strömen, er suchet und findetsie in dem väterlichen Herzen Gottes, daran legt er sichnun und sauget aus ihm die verborgene geheime WeisheitGottes, die der nur weiß und verstehet, der sie empfan-gen hat. Ja! durch das Leiden und durch die Wundenunseres Herrn fließet alle väterlicke, göttliche Weisheit indas von göttlicher Liebe brennende, und deshalb lechzendedurstige Herz; das göttliche Liebefeuer durchbrcnnet undentzündet sie dermaßen, daß sie unmäßig dürsten, nun
*) Match. - 3 , 44.