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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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lein, und diese Kraft der Erlösung wird uns zu eigenwerden, wenn wir streben, Ihm in Seinem Leben undLeiden, so viel an uns ist, gleichförmig zu werden. Dazufordert uns der Apostel Petrus in den Worten auf :„Christus hat gelitten für uns und uns ein Bild gege-ben, daß wir nachfolgen Seinen Fußstapfen." Wer sichnun diesem Bilde Cbristi gleichförmig zu machen strebet,in diesem werden sich auch die Früchte und die WerkeCbristi bilden und gestalten: so trägt er Sein Bild undlebet und wirket in Ihm und gelanget zur Reinheit desHerzens, zur wahren Entledigung und Armuth des Gei-stes, und so zur Kenntniß und Schauung Gottes. Sooffenoaret Sich denn Christus in der Kraft und Frucht-barkeit Seiner Werke, die Er in der Seele des Menschenwirket; an dieser heilbringenden Kraft erkennet dann derMensch, daß Christus wahrhaftig Gott und Mensch ist,nun rufet er mit Paulus aus: „Ich bekenne Christumden Gekreuzigten?" d. i., er erkennet und bekennet mitihm die Frucht des Kreuzes. Wer nun aber diese Fruchtdes Kreuzes und diese Werke Christi nicht erkennet, derkennet auch Christum nicht. Er bleibet ihm ewig verbor-gen; so wie wir den Baum erkennen an seinen Früch-ten, so müssen wir Christum kennen lernen an den Wer-ken, die Er in der Seele des Menschen wirket; an dirselbst, o Mensch, mußt du Christum kennen lernen, deinLeben muß der wahreste Beweis sepn, daß du Ihn ken-nest, auf einem anderen Wege wirst du Ihn weder fin-den noch erkennen. Nur der ist ein wahrer Christ, nurder glaubet vollkommen an Christus, nur der kann vonIhm nimmermehr geschieden werden, der kann Ihn inEwigkeit nicht mehr lassen, welcher Ihn an und in sichselbst erkennet, erfahren und erlebet hat; an wen sollteer sich denn ferner halten außer Christus, Er ist ihm jader Baum aller Gnaden geworden, die unerschöpflicheQuelle des Lebens, wie sollte er sie verlassen können?Zwar kommen wir allerdings durch den Glauben zur

) i. Pet. 21.