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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Worte des Herrn beweisen ja eben nur gegen deinen Wahnund für unsere Behauptung. Die Freude dieser Voll-kommenen entspringet nämlich nicht aus den Kreaturen,sondern aus Gott, und je mehrere und größere Freudesie nun aus Gott schöpfen, um so bitterer muß ihnendann die sogenannte Freude, die die Kreaturen spendenwollen, werden, und eben weil diese Scheinfreude, dieseeitele Lust ihnen bitter ist, preiset sie der Herr selig undverspricht bessere Freude, gründlichern Trost, wahreErquickung, weil Gott ihre Freude, Lust und Wonneist; wer einmal, sagt der heilige Bcrnard, die Freudedes heiligen Geistes gekostet hat, dem sind alle leiblicheDinge bitter. —

Aus dem bisher Gesagten erhellet es nun, daß, wereinmal den Weg aller Tugenden eingeschlagen hat, daraufohne Wandel fortgeschritten, auch ungehindert an demZiele des gottschauenden innigen Lebens angelanget sey.Denn jede einzelne Tugend fördet ihn weiter und verhilftihm dahin, wohin er ohne sie und aus eigenem unkräf-tigen Vermögen nicht hatte gelangen können; schreiteter nun, unterstützet von solcher Gnade, muthig voran,dann kommet er in den Besitz aller Tugenden, jetzt wir-ket die Gnade kräftiger und unaufgehalten in ihm, sieführet ihn mit Macht auf die höchste Stufe der Voll-kommenheit.

Z. 42.

Der zweite Weg zur wahren Armuth und Entle-digung des Geistes und zu einem innigen, beschaulichenLeben ist der Weg und das Leben Jesu Christi und dieNachfolge desselben, daß wir nämlich eintreten in SeineFußstapfen und uns Ihm möglichst gleichförmig zu machensuchen. Das ist die rechte Pforte, den geraden Weg zufinden; auf diesem Wege wird uns das göttliche Gnaden-licht die höchste Vollkommenheit des beschaulichen Lebenszeigen, denn Er Selbst ladet uns ein und sagt '): „ Durch