an, was gewirket werden soll; geschähe hier ein Miß-griff, daß falsche statt der rechten Werke ergriffen wür-den, dann käme der Mensch wohl nie zur ächten Ar-muth und zu einem beschauenden Leben, es ergingeihm, wie einem Wanderer, der gleich Anfangs einenunrechten, folglich einen Irrweg betrete, er käme nichtdahin, wohin er sollte. So wichtig ist der rechte An-fang auch hier; Viele nehmen sich zwar das Beste vor,wähnen auch, sie wären auf dem rechten Wege zur Voll-kommenheit des Geistes, aber sie schlagen Irrwege ein,die nicht, zum Ziele führen; so treiben sie sich denn inder Irre herum, gelangen nie zu einem inneren, wah-ren Leben, zu dieser höchsten Stufe der Vollkommen-heit.
§. 39.
So wollen wir denn hier diese ächten Einleitungswege,um zum Ziele der höchsten Vollkommenheit, zur ächtenArmuth des Geistes und eines schauenden Lebens zu ge-langen, verzeichnen; ihrer sind viere.
Der Erste ist: es muß ein vollkommener, festerWille da seyn, allem, was wider Gott ist, durchaus zuentsagen, und nicht nur dem, was wider Gott ist, son-dern auch allem jenen, dessen Ursache und BeweggrundEr nicht ist, ja auch Allem und Jedem, was Er nichtSelbst ist. Das erste tilget die Sünde, das zweite dieUrsache und die Gelegenheit zur Sünde, z. B. zeitlicherBesitz, Reichthum, Weltfreuden, fleischliche Verbindun-gen, Bande des Fleisches, Vater, Mutter, Bruder,Weib ; das dritte hebet alle Vermittelung zwischenGott und den Menschen, die störende Scheidewand auf,welche irdische oder auch geistliche Formen und Bilder undsonstige Zufälligkeiten verursachen und sö das reine, un-getrübte Finden Gottes hindern.
*) Match, 10 . Kap., 3.j —38, D. Luc, 12 , Kap., si. B, u. f.
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