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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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Zweitens, was die anderen Menschen wirken imZufall, das wirket er im Wesen; er hat sich hinaufge-schwungen über alles Irdische in die wesentliche göttlicheWahrheit, und in ihr wirket und verrichtet er alles, wasder irdisch Gesinnte und irdisch Wollende nicht vermag.

Drittens, was Andere theilweise und einzeln wir-ken, das wirket der innige Beschauer ganz, in einemWerke alle Werke, und alle in Einem, er wirket wieGott, mit Dem er vereiniget ist; denn Gott wirket alleWerke in einem und das Eine in allen. Darum wird al-les Gute sein Eigenthum, als wenn er jedes Einzelneselbst gewirket hätte, recht wie es Christus saget *): ,, Al-les, was Ich vom Vater empfangen habe, habe Ich euchgegeben." Was Christus empfangen hat und was Ergegeben hat, ist alles Gute zumal.

Viertens, der innige Mensch besitzet das schon imseligsten Vorgeschmack, worauf Andere erst hoffen underwarten. In seiner Seele hat sich Gott gcvffenbaret mitaller Freude und Wonne des Himmels, er schauet dieewigen Dinge, die süßeste Freude, der innigste Jubel er-füllen seinen Geist, selbst sein äußerer Mensch nimmt An-theil und fühlet den Vorgeschmack des ewigen Lebens,nach Christi Ausspruch und Verheißung :Von sei-nem Leibe wird lebendiges Wasser fließen, das hinüber-strömet in das ewige Leben."

Fünftens, den innigen Menschen ziehet Gott be-sonders gleichsam in Seine Nahe und vereiniget Sich mitihm. Er offenbaret ihm Sein göttliches Wesen; so befe-stiget und kräftiget Er ihn, daß er nicht mehr von Ihmabfallen oder ablassen kann. Glaubet es, wenn ihr esnoch nicht selbst erfahren habt, der Herr und Sein Ge-heimniß ist so wonnevoll, daß, wem Er sich jemals ent-decket und geoffenbaret hat, er nicht mehr von Ihm las-sen kann. Der Herr giebt es auch nur dem, der ewig

») Joh. >7,8.Joh. 7, 38.