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geschwächet, sie sollen getilget werden; wie kann aber dasauf eine andere Weise geschehen, als, daß der Menschallem diesem Verderben, seiner feindlichen Natur, d. i.,sich selbst absterbe? Je mehr er daran ist, an dieser Selbst-verläuznung, je näher kommet er seiner ersten ursprüng-lichen Natur und Würde; je naher dieser, je entfernterder Sünde; je stärker unv vielseitiger die Abtödtung, jegrößere Geistesfreiheit und Freude; je weniger Gebrechen,je gesünder die Seele; aus jedem Tode eine neue Freu-denquelle, die die Sünde verdeckte, der Tod aber ent-deckte. Denn nicht vergebens und unwahr hat Christusgesprochen „Nehmet Mein Joch auf euch, d. i.,Mein Leiden durch kräftige Selbstverläugnrmg, so werdetihr Ruhe — Freude, Friede — finden für eure Seelen,denn süß ist Mein Joch, leicht — und erquickend — MeineBürde."
§. 25 .
Zweitens entstehet aus jedem dergleichen Sterbenein neues Leben, mit dem Leben eine neue Gnade, mitder Gnade eine neue Liebe. Mit ihnen wird der Menschzumal gleichsam übergössen; seine Vernunft wird mit gött-lichem Lichte erleuchtet, sein Wille durchglühet mit demFeuer göttlicher Liebe, in solcher Fülle, daß er reich wirdan allen Gnaden des Herrn, daß seine Vernunft so er-leuchtet wird, daß er ferner nicht mehr von irgend einemTrugbilde, Jrrlichte, oder sonstigen Täuschung eines Ver-führers kann irre geleitet werden. Er erkennet alle Wahr-heit, so weit sie ihm nöthig ist, die göttliche Liebe ist inihm zur vollen Flamme geworden, nichts vermag ihnferner zu scheiden von Gott, er rufet mit Paulus aus„Wer mag uns scheiden von der Liebe Gottes?" —Willst du empfänglich und habhaft werden aller dieservollkommenen Gaben Gottes, versäume keine Gelegenheit,
*) Matth. ii, 2y."0 Röm. L, 35.