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Johann Tauler's Nachfolgung des armen Lebens Christi
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men und folge Mir nach." Dieses Verkaufen ist, sich selbstverläugnen, das Hingeben die Wirkung der vollkommenenTugend, die Nachfolge Christi ist das völlige Sterben desMenschen, damit Gott allein in ihm lebe und leben könne;dazu ist allein der Gcistesarme fähig und entschlossen, erist sich und allen gestorben, darum lebet auch er nur daswahre Leben; wer so nicht sterben kann, kann so auchnicht leben.

§. 21 .

Dieses innere, beständige Sterben des Geistesarmenerkennen wohl Andere nicht, sie sehen ihn äußerlich leben,wie andere Menschen, er ist äußerlich wohl selbst fröhlichund guten Muthes, wie mag er dabei so vielfachen Todessterben? Wohl recht sagest du, vielfachen Todes sterben; sostirbt er wirklich täglich und stündlich, er esse nun, trinke,schlafe, wache; das ist eben seine Pein und Marter, daßdas zeitliche Leben, dem er sich äußerlich fügen muß, so vie-lerlei fordert, das ihn hindert an dem unausgesetzten, innig-sten Umgänge mit Gott. Mit Ihm allein und ungestörct vonaußen möchte er immer seyn, wohl gäbe er alles Aeußeredahin, möchte es nur möglich seyn; und die fröhliche Miene,die dich an ihm irreführet, glaube es, giebt ihm nicht dieAußenwelt und die Zeitlichkeit, sie urspringet aus Gott.Deshalb ist sie eine reine Freude, die sich mit der Selbstverläug-nung und dem inneren Sterben nicht nur sehr wohl verträgt,sondern vielmehr noch aus diesem entstehet; ihm quellet un-aufhörlich das Leben aus dem Tode; je vielfacherer Tod,je kräftigeres erneuertes Leben. Der es nicht erfahren hat,wird es auch nicht verstehen, wer es aber aus Erfahrungverstehet, wahrlich! nur der ist ein vollkommener Weiser,ihm hat Sich Gott geoffenbaret in Seinem göttlichenLichte.

§. 22 .

Zu diesem täglichen und seligen Sterben fordern unshauptsächlich zwei Punkte auf, und zwar erstens: